EINLADUNG

Roots and Routes

Traditionelle und zeitgenössische Percussion-Musik

Ein Abend mit der Amadinda Percussion Group (Budapest)

amadinda 1 Foto: Andrea Felvégi

Gäste:

Katalin Károlyi (Gesang)

Gábor Presser (Percussion, Klavier, Gesang)

János Karácsony (Gitarre)

Sonntag, 18. April 2004, 19.30 Uhr (Einlaß: 18.30 Uhr)

Hochschule für Musik und Theater

Großer Konzertsaal, Arcisstraße 12, 80333 München

Karten: 089 / 54 81 81 81 oder www.muenchen-ticket.de

Karten: VVK: 27,90 / 24,- / 18,10 (inkl. Gebühren)

AK: 26,- / 22,- / 16,-

Hier finden Sie die Einladung als PDF-Datei

Wurzeln und Wege

Die Kunst von Amadinda wurzelt in den traditionellen Schlaginstrumentenkulturen Afrikas, Asiens und Ozeaniens. Ihr Weg führt in die zeitgenössische klassische Musik, aus der sie Brücken baut zu Jazz, Ragtime und Swing.

Die Konzertmusik mit Schlaginstrumenten blickt auf eine rund 80jährige Tradition zurück. Amadinda gehört seit 20 Jahren zu ihrer Weltelite. Das 1984 gegründete Ensemble ist das Beste, was Ungarn in ihrer Gattung heutzutage zu bieten hat. Ihre erste Münchener Bühnenproduktion öffnet einen erlebnisreichen Zugang zu einer ungarischen Kunstart außerhalb der gängigen Klischees über Magyaren.

Die Musik von Amadinda beeindruckt durch die pulsierende Wiederholung von rhythmischen und harmonischen Einheiten. Sie vertont die Synthese von Unveränderlichkeit und Metamorphose. Ihr philosophischer Grundgedanke ist ihr Erfolgsgeheimnis: Sie entsteht durch die Komplementarität einzelner Rhythmen, die einzeln kaum zu bestehen vermögen, weil sich ihre Individualitäten erst im Zusammenspiel zu einem Klangvolumen entfalten. Während ihrer Aufführung überträgt sich das Zusammengehörigkeitsgefühl von der Bühne auf das Verhältnis zwischen Künstlern und Zuhörern.

hat aus der traditionellen Welt der Schlaginstrumente neben dem Gemeinschaftsgefühl das innige Verhältnis zu eigenen Instrumenten übernommen. Mehrere davon haben Gruppenmitglieder selbst entwickelt und hergestellt.

Programm

Amadinda – Traditional African Music (Uganda)

Lukas Ligeti: Pattern Transformation

John Cage (1912-1992): Third Construction

György Ligeti: „Síppal, dobbal, nádihegedűvel“ („Mit Pfeife, Trommel, Schilfrohrgeige“)
Mit Katalin Károlyi (Mezzosopran)

Pause

John Cage: Second Construction

Aurél Holló: ... for John ...
Mit Gábor Presser (Klavier, Gesang)

Gábor Presser: Drum Street Blues
Mit Gábor Presser (Vibraphon)
János Karácsony (Gitarre)
Deutsche Erstaufführung

George H. Green (1893-1970): Log Cabin Blues

Red Norvo (1908-1999): Hole in the Wall

Otea – Traditional Polynesian Music (Tahiti)

Amadinda spielt u. a. auf Bass drum roar / Bass drums / Bronze bells / Burma gongs / Chimes / Chinese cymbals, gongs, tam-tams, tom-toms / Chromonicas / Claves / Conch shell / Cowbells / Cricker callers / Glockenspiel / Japanese temple bells / Lion’s roar / Log-drums / Maracas / Marimbaphones / Ocarinas / Pedal bass drum / Polynesian drums, wooden drums / Prepared piano / Quijada / Rachet / Rattles / Shepherd’s flutes / Sleigh bells / Snare drums / Tambourines / Tin-cans / Tubular bells / Vibraphone / Xylophone und – Amadinda.

Amadinda hat sich nach einem afrikanischen

amadinda 2 Foto: ALMÁSi

Schlaginstrument benannt, dessen Name zugleich eines seiner Konzertstücke bezeichnet. Das Ensemble führt seine Konzert- und Studioprojekte häufig mit erstrangigen Vertretern der internationalen Musikkunst durch (u. a. den im Programm erwähnten sowie P. Eötvös, R. Hardy, Z. Kocsis, Gy. Kurtág, A. Schiff, S. Reich, J. Wood). 1988 trat es auf dem ersten europäischen Percussion-Festival in London auf. Seitdem konzertiert es weltweit. Im September 2003 läutete die Gruppe ihre 20. Saison im Londoner Royal Albert Hall ein. Im In- und Ausland vielfach ausgezeichnet, hat Amadinda im März 2004 den Kossuth-Preis, die höchste staatliche Künstlerehrung Ungarns erhalten.

Károly Bojtos ist Gymnasiallehrer für Schlaginstrumente und im Ensemble für Programm- und Instrumentenentwicklung zuständig.

Aurél Holló ist Lehrer am Budapester Béla-Bartók-Fachlyzeum für Musik, Solo-Percussionist und Komponist auch von Amadinda-Stücken.

Zoltán Rácz ist künstlerischer Leiter des Ensembles, Dozent für Schlaginstrumente und Methodik an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest, seit 1997 Mitglied des Kuratoriums des Budapest Spring Festivals, 1997 Mitbegründer des „Neuen Ungarischen Musikvereins".

Zoltán Váczi widmet sich der Recherche der traditionellen Musik und der Entwicklung von Schlaginstrumenten für das Ensemble, dessen Repertoire er mit eigenen Stücken bereichert.

Die Gastmusiker

K. Károlyi (Mezzosopran) studierte bei N. Barker und J. Hamari. Seit 1994 ist sie Mitglied von „Les Arts Florissants" unter Leitung von W. Christie. Sie tritt regelmäßig auf großen Musikfestivals und international führenden Konzertbühnen auf. Ihr Repertoire umfaßt hauptsächlich Werke der französischen und italienischen Barockoper, der Kammermusik des 19.-20. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Musikliteratur. Zu ihren aktuellen Projekten gehören „Sheherezade" von Ravel mit Z. Kocsis und der Nationalphilharmonie Ungarns sowie das von Gy. Ligeti für sie und Amadinda komponierte Stück, das sie in München vortragen wird.

G. Presser ist eines der künstlerischen Schwergewichte nicht nur der „leichten" Musik in Ungarn: Leiter der Rockgruppe „Locomotiv GT" (LGT), Komponist zahlreicher Konzert-, Film-, Theaterproduktionen, Solist und Gastmusiker am Klavier und anderen Instrumenten. Sein für Amadinda 1989 komponierter „Drum Street Blues" wird nun erstmals in Deutschland aufgeführt. Die Budapester Silvesterkonzerte mit Amadinda und Presser haben in den letzten Jahren Klassik- und LGT-Anhänger zu einer besonderen Sorte von Kunstgenießern vereint.

Der Gitarrist, Sänger, Komponist J. Karácsony ist seit 1974 Mitglied der LGT, deren Repertoire er mit eigenen Werken mitbestimmt. Vielen gilt er als der ungarische Rockmusiker mit der schönsten Gesangstimme und dem einfühlsamsten Gitarrenspiel.

amadinda 3 Foto: Almási

Ungarische Vielfalt im vielfältigen Europa

Mit dem Beitritt zur Europäischen Union erhöht Ungarn den Grad seiner Außenbeziehungen auf politischem, wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet. Das Ungarische Institut München nimmt diesen Vorgang von historischer Dimension und Tragweite zum Anlaß, verschiedene ungarische Züge im Antlitz Europas unter künstlerischen und wissenschaftlichen Aspekten zu beleuchten. „Roots und Routes" ist dabei das erste Programm einer vierteiligen Veranstaltungsreihe.
Informationen hier auf den Webseiten des Ungarischen Instituts und in der Presse.

Was bietet die Musik von Amadinda? „Einerseits ist es die unendliche Einfachheit, andererseits eine Art Universalität von elementarer Kraft, die sich im Rahmen einer Art Gemeinschaftsgefühl verwirklicht." (Z. Váczi)

„Das Publikum genießt es, wenn ein Stück in angemessenem musikalischen Kontext und technisch versiert aufgeführt wird. Denn die Musik muß man hören, nicht verstehen. Und Musik hören kann jeder. Das Problem ist, daß Ideologen uns einreden wollen, daß man Musik verstehen muß. Das muß man nicht. Musik muß man hören." (Z. Rácz)

CD-Empfehlungen:

Amadinda, Locomotiv GT, Trio Stendhal: Zörr. Hungaroton HCD 37669 (1992)

Marc-Antoine Charpentier: Les Plaisirs de Versailles. Erato 0630147742 (1996). Mit K. Károlyi u. a.

Amadinda: Legacies 1. Hungaroton HCD 31813 (1998)

Amadinda: Legacies 2-4. H. Cage: Works for Percussion I-III. Hungaroton HCD 31844-46 (1999/2000). Mit K. Károlyi, Z. Kocsis u. a.

The Ligeti Project III. Teldec 8573876312 (2003). Mit Amadinda, K. Károlyi u. a.

Weitere Informationen zu Amadinda unter http://www.amadinda.com