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Das Ungarische Institut München präsentiert

Historisch-lyrische Zolleriade

Attila Zoller (1927-1998)  Gedenkkonzert

Samstag, 24. Mai 2003, 19.00 Uhr

Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft

Amalienstraße 38, 80799 München

Verkehrsverbindung: U 3 oder 6, Universität

Eintritt: EUR 9,- an der Abendkasse

Im Anschluß kleiner Umtrunk

Attila Zoller (1927-1998)

Der in Visegrád (Ungarn) geborene Gitarrist Attila Zoller war seit den 1960er Jahren sowohl in Westdeutschland als auch in den USA eine feste Größe des Freejazz. Er war stets offen für Einflüsse aus der Musik verschiedener Völker wie aus unterschiedlichen Stilrichtungen des Jazz. Zoller spielte jahrelang in der Band von Herbie Mann, dem Gründervater des lateinamerikanisch orientieren Ethnojazz. „Er war wie ein Hurrikan", erzählte Mann 2002 in Budapest über Zoller, „der einzige Gitarrist nichtbrasilianischer Abstammung, der die brasilianische Musik glaubwürdig spielen konnte." Zoller arbeitete auch mit Benny Goodman in der Klangwelt des traditionellen Swing und Combo zusammen. Seit den 1950er Jahren trat er gerne in der neuartigen Form des Duos unter anderen mit Albert Mangelsdorff (Posaune) und Don Friedman (Klavier), später auch mit dem Bayern Helmut Kagerer (Gitarre) auf.

Von der Vielfalt seiner Tätigkeit zeugt, daß er die Musik zur Filmadaptation Heinrich Bölls „Das Brot der frühen Jahre" sowie von Günter Grass „Katz und Maus" schrieb und Heine-Gedichte vertonte, die auf der Platte „Jazz & Lyrik" (1964) zu hören sind.

Den Kontakt zu der jüngeren Generation hielt Zoller auch durch seine Meisterschule „Vermont Jazz Clinics", in der er die Kunst des Improvisierens talentierten – und nachmals weltberühmten – Schülern wie Pat Metheney beibrachte.

Fünf Jahre nach seinem Tod gedenken in Deutschland zahlreiche Musiker und ehemalige Freunde der Kunst und Persönlichkeit Zollers, der herausragenden Gestalt ungarischer und internationaler Musikgeschichte im 20. Jahrhundert.

I. Buchpräsentation 

Im ersten Teil der Zolleriade stellt der Budapester Jazzhistoriker Géza Gábor Simon erstmals seine brandneue Monographie über den aus Ungarn stammenden Attila Zoller vor. Das akribisch recherchierte Buch handelt einerseits von dem Musiker – seinen Platten, Konzertreisen, Weggefährten. Andererseits bringen Rezensionsausschnitte, Interviews und Erinnerungen von Musikerfreunden dem Leser den lebensfrohen, aber rastlosen Menschen Zoller näher. Eine bestechend ausführliche Discographie ergänzt das Werk, das seine Hauptfigur endgültig ins Herz von Liebhabern anspruchsvoller Musik schließen hilft.

Die Monographie wird vor Ort erhältlich sein: Géza Gábor Simon: Immens gut. Attila Zoller. Leben und Werk. Budapest: Stiftung für Jazz-Bildung und Forschung 2003, ISBN 963 206 928 5.

Géza Gábor Simon

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II. Lyrische Erinnerung an Attila Zoller

Die Kölner Lyrikerin und Graphikerin Ingeborg Drews lernte Attila Zoller in den 1950er Jahren kennen.

Ihre langjährige Künstler-Freundschaft ist trotz der kosmopolitischen Lebensweise Attila Zollers lebendig geblieben. Nächtelanges gemeinsames Philosophieren, Gespräche über Künstlertum, die verlassene Heimat oder den Krieg haben Drews und Zoller – dabei auch Köln, New York und Visegrád – einander näher gebracht.

Ingeborg Drews erzählt bei der Münchener Zolleriade Geschichten über das Musikerleben des Jazzgitarristen, die sie in persönliche Erinnerungen an den Freund Zoller einbettet. Eine Auswahl aus ihren durch Zoller inspirierten Gedichten rundet ihren Beitrag ab, der musikalisch vom Duo Lajos Dudas (Klarinette) und Philipp van Endert (Gitarre) begleitet wird.

Ingeborg Drews / Attila Zoller

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III. Konzert

Lajos Dudas (Klarinette), einer der Musikerfreunde Zollers, wird im Rahmen des Gedenkkonzertes mit seinem langjährigen Part-ner Philipp van Endert (Gitarre) die Klänge und Rhythmen des Zollerschen Jazz herbei-zaubern. Sein klanglich differenziertes, virtuoses und blitzsauberes Spiel verspricht jedem Zuhörer einen genußvollen Abend.

Die Zusammenarbeit zwischen Dudas und Zoller war, wie sich der Klarinettist erinnert, für das künstlerische Schaffen beider Musiker sehr befruchtend. In den 1980er Jahren gab Dudas mehrere Platten unter Mitwirkung Zollers heraus.

Dudas und van Endert spielen seit zehn Jahren zusammen. In wenigen Tagen kommt ihre CD „Seitenblicke" (Edition Musikat D EDM 0075) auf den Markt.

                                                           Philipp van Endert / Lajos Dudas

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Zoller-Festival 2003

Die Zolleriade des Ungarischen Instituts München findet im Rahmen des Festivals „Immens. A Tribut To Attila Zoller" statt. Aktuelle Informationen dazu unter Telefon 08431 / 41233 oder www.birdland.de.

„The Music of Attila Zoller"

Joe Haider (p, arr.), Johannes Enders (ts, ss), Ignaz Dinné (as), Ralf Hesse (tp), Helmut Kagerer (g), Thomas Stabenow (b), Christian Salfellner (dr)

20. 5. / 21. 5.: München, Unterfahrt 22. 5.: Ingolstadt, Audiforum 24. 5.: Rain am Lech, Raiffeisensaal 26. 5.: Hannover, Jazzclub 27. 5.: Berlin, Audiforum 28. 5.: Augsburg, Theater 29. 5.: Bad Kissingen

„Jazz & Lyrik"

25. 5.: Neuburg an der Donau, Birdland Jazz Club
Ingeborg Drews liest und erzählt über Attila Zoller.
Musik: Gerd Dudek (ts), Ali Haurand (b)

28. 5.: Stuttgart, Ungarisches Kulturinstitut
Ingeborg Drews liest und erzählt über Attila Zoller.
Musik: Lajos Dudas (cl), Philipp van Endert (g)

Neuburg/Donau, Birdland Jazz Club

23. 5., 20.30 Uhr: Eröffnung Fotoausstellung Sepp Werkmeister, Musik: Duo Kagerer-Nieberle und andere

24. 5., 20.30 Uhr: Lackerschmid-Schlesinger-Tagliani

25. 5., 11.00 Uhr: Matinee mit Ingeborg Drews, Musik: Ali Haurand (b), Gert Dudek (ts)

25. 5., 20.30 Uhr: John Scofield’s UEBERJAM – John Scofield (g), Auri Bortnick (g), Andy Hess (b), Adam Deitch (dr)

30. 5., 20.30 Uhr: The Great Guitars Of Jazz – Mundel Lowe, John Pisano, Gene Bertoncini

4. 6., 20.30 Uhr: Charles Lloyd Quartet – Charles Lloyd (ts, fl), Gerri Allen (p), Billy Hart (dr), Bob Hurt (b)