EINLADUNG zum 1. Vortrag der Veranstaltungsreihe „Ungarn in den Beziehungsgeschichten Ostmitteleuropas" Prof. Dr. Ludwig Steindorff, Kiel

Zwischen pannonischer Ebene und Adria: Ungarn und Kroatien im Hochmittelalter. Mit einem Ausblick in die Gegenwart

Zeit, Ort: Donnerstag, 25. Mai 2000, 20.00 Uhr s. t., Historicum der Ludwig-Maximilians-Universität, Schellingstraße 12 (oder Amalienstraße 52), 80799 München, Raum Altbau 001, Erdgeschoß (U 3 und 6, Universität)

Veranstalter: Ungarisches Institut München e. V., in Verbindung mit der Abteilung für Geschichte Ost- und Südosteuropas des Historischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität

Moderation: Prof. Dr. Edgar Hösch (Historisches Seminar/Südost-Institut/Osteuropa-Institut München)

Die ungarisch-kroatische staatliche Verbindung ist eines der markantesten Beispiele ostmitteleuropäischer Geschichtsbeziehungen zwischen Staaten und Nationen. Sie begann mit der Integration des Raumes von östlicher Adriaküste bis pannonischer Ebene in den ungarischen Reichsverband am Anfang des 12. Jahrhunderts und dauerte, mit kurzen Unterbrechungen, über 800 Jahre, nämlich bis zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns 1918. Kroatien und Slavonien wuchsen im Hoch- und Spätmittelalter gerade dank der gemeinsamen Zugehörigkeit zu den Ländern der heiligen Stephanskrone immer enger zusammen, ohne ihre verfassungsrechtliche Sonderstellung aufzugeben. Der Vortrag wird sich nicht nur auf Herrschaftsorganisation, kirchliche Strukturen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen vom 12. bis ins 16. Jahrhundert konzentrieren. Der Ausblick in die Gegenwart beleuchtet die gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Interessen Ungarns und Kroatiens, welche – mit der beidseitigen Erfahrung gesicherter staatlicher Souveränität – die Voraussetzungen für gute Nachbarschaft bieten.

Professor Steindorff (geb. 1952) promovierte 1981 in den Fächern Osteuropäische Geschichte, Slavistik und Germanistik in Heidelberg mit der Arbeit „Die dalmatinischen Städte im 12. Jahrhundert. Studien zu ihrer politischen Stellung und gesellschaftlichen Entwicklung" (Köln/Wien: Böhlau 1984, XXVIII, 194 S.). 1990 habilitierte er sich mit „Memoria in Altrußland. Untersuchungen zu den Formen christlicher Totensorge" (Stuttgart: Steiner 1994, 294 S.). Seit dem Sommersemester 2000 ist er Universitätsprofessor für Osteuropäische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.