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Einladung zum

Internationalen Symposium

Barock und Aufklärung in Ungarn und in Deutschland

Neue Quellen und Forschungsansätze

zum strukturgeschichtlichen Vergleich

unter besonderer Berücksichtigung des süddeutschen Raumes

Veranstalter:
Ungarisches Institut München

Mitveranstalter:

Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (Heidelberg)

Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (Tübingen)

Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Geschichte / Frühe Neuzeit
am Historischen Seminar der Eberhard-Karls-Universität (Tübingen)

Széchényi Nationalbibliothek (Budapest)

Ungarisches Staatsarchiv (Budapest)

 

Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft, Amalienstraße 38, 80799 München

Donnerstag-Freitag, 10.-11. November 2005

 

Mit freundlicher Unterstützung des

Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst

P R O G R A M M

(Stand: 7. November 2005)

(Programm als PDF)

Teilnehmerliste

Vorbemerkung

Die Wechselverbindungen zwischen den neuzeitlichen Großreichen sind in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Thema der deutschen Geschichtswissenschaft geworden. Die entsprechenden Zugriffe auf überregionale Kontaktsysteme setzen das Heilige Römische Reich deutscher Nation als westlichen Ausgangspunkt an. In ihrer östlichen Vergleichsdimension bildet Polen-Litauen einen Schwerpunkt.

Dieses Symposium bringt den Osten Mitteleuropas über die Habsburgermonarchie und den Ländern der ungarischen Stephanskrone in den Forschungszusammenhang der komparatistischen Historiographie ein. Ihm liegt eine gegenüber den 2003 und 2004 an gleicher Stelle durchgeführten Tagungen über „Bavarica in Ungarn – Hungarica in Bayern" eine erweiterte Konzeption zugrunde. Diese sieht vor, den bisher vornehmlich bemühten Methoden der Einflußforschung diejenigen der Analogienforschung hinzuzugesellen und dabei fallweise Räume außerhalb des süddeutschen Zielgebietes mit zu berücksichtigen. Mit ihrem – dem Phänomen der Doppelstaatlichkeit entnommenen – Leitaspekt zielt sie darauf ab, das Alte Reich und Ungarn unter jenen Rahmenbedingungen zueinander in Beziehung zu setzen, die für sie aus der staatsrechtlichen Verknüpfung mit den habsburgischen Kron- und Erbländern entstanden waren. Der Untersuchungshorizont soll nun neben beiderseitigen Ausstrahlungen und Rezeptionen auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede erfassen, um den supranationalen, mithin auch den supraterritorialen Blickwinkel zu sichern. Herausragende Aufmerksamkeit verdient hierbei der Umstand, daß im behandelten 17. und 18. Jahrhundert die Konfessionen die ethnisch-kulturellen Identitäten noch vielfach überlagerten. Die Grundfrage des Symposiums ist folglich nicht nur, ob und wie Ungarn und das Reich mitsamt Gliedstaaten unter den Voraussetzungen des Barock und der Aufklärung aufeinander einwirkten, sondern auch, wie sie sich im Modell der komplementären Staatlichkeit jeweils darboten, wie sie nebeneinander, miteinander oder gegeneinander funktionierten. Die Suche nach den Antworten könnte Anhaltspunkte zutage fördern, die im historischen Erbe Kontinentaleuropas ostmitteleuropäische Sonderentwicklungen klar zu deuten und damit die Umrisse der westeuropäischen scharf zu ziehen helfen.

Die Vorträge von Vertretern der universitären und außeruniversitären Forschung in Deutschland, Österreich und Ungarn liefern Fallstudien aus der Geschichts-, Gesellschafts-, Kirchen- und Konfessions-, Kultur- und Rechtsgeschichte. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Primärmaterialien und der Erörterung von Auswertungsprinzipien. Diese Aufgabenstellung wird von der Überzeugung getragen, daß sich Interdisziplinarität mit problemorientierter Quellenkunde verbinden muß, um nicht zu einer oberflächlichen Modeerscheinung zu verkommen.

Am Vortag des Symposiums findet am gleichen Ort ein hungarologisches Graduiertenkolloquium statt, zu dem gesondert eingeladen wird.

Die Veranstalter, 
München / Heidelberg / Tübingen / Budapest, Oktober 2005

Donnerstag, 10. November 2005
I. Aspekte Interdisziplinärer Zugänge

9.00 Zu den Leitmotiven des Symposiums
Dr. Zsolt K. Lengyel (Ungarisches Institut München)

9.10 Barock und Aufklärung in Mitteleuropa
Vortrag Prof. Dr. Anton Schindling (Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Geschichte / Frühe Neuzeit,
Eberhard-Karls-Universität, Tübingen)

II. Staat und Gesellschaft

Moderation: Dr. Lengyel

9.30 Die Tätigkeit von Karl Joseph Batthyány in Bayern während des österreichischen Erbfolgekrieges
Vortrag Mátyás Kéthelyi, M. A. (Péter-Pázmány-Katholische-Universitä t, Budapest/Piliscsaba)

9.50 Reformentwürfe von Joseph II. anläßlich seiner Reisen in Ungarn, Siebenbürgen, Slawonien und im Temeschwarer Banat 1768-1773
Vortrag Dr. Krisztina Kulcsár (Ungarisches Staatsarchiv, Budapest)

10.10 Die Peuplierungspolitik Kaiser Josephs II. in Ungarn (1783-1788) im Spiegel des „Hungarischen Resolutionsbuchs"
Vortrag Dr. Márta Fata (Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

10.30 Diskussion

11.00 Kaffeepause

III. Kirchen und Konfessionen

Moderation: Prof. Dr. Schindling

11.30 Die Korrespondenz des Preßburger Pfarrers Matthias Marth (1691-1734). Gattungstheoretische und typologische Probleme
Vortrag Prof. Dr. Zoltán Csepregi (Lehrstuhl für Kirchengeschichte, Universität für Evangelische Religionswissenschaft, Budapest)

11.50 Die Rolle bayerischer Buchhändler in der Rekatholisierung Ungarns nach den Türkenkriegen
Vortrag Dr. István Monok (Széchényi Nationalbibliothek, Budapest)

12.10 Die Aachener Ungarnkapelle und die Gegenreformation
Vortrag Frank Pohle, M. A. (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, Aachen)

12.30 Diskussion

13.00 Mittagspause

IV. Geistesströmungen und sozialökonomische Wahrnehmungen

Moderation: Prof. Dr. Lajos Gecsényi (Ungarisches Staatsarchiv, Budapest)

15.30 Ambivalenzen der Aufklärung und die Freimaurerei
Vortrag Prof. Dr. Helmut Reinalter (Institut für Geschichte, Geschichte der Neuzeit,
Leopold-Franzens-Universität, Innsbruck)

15.50 Der Nachlaß des Karl Grafen Zinzendorf und seine ungarischen Bezüge
Werkstattbericht Dr. Krisztina Kulcsár (Ungarisches Staatsarchiv, Budapest)

16.10 Diskussion

16.30 Kaffeepause

V. Gelehrte und Wissensvermittlung

Moderation: Dr. Meinolf Arens (Ungarisches Institut München)

17.00 Tübinger juristische Dissertationen und ihr Beitrag zum öffentlichen Recht Ungarns im 17. Jahrhundert
Vortrag Dr. Katalin Gönczi (Max Planck Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main)

17.20 Normen und Praxis medizinischen Wissens im Ungarn des 18. Jahrhunderts. Die Tätigkeit deutscher Ärzte in Oberungarn und Pest-Ofen
Vortrag Dr. Lilla Krász (Lehrstuhl für Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Universalgeschichte, Eötvös-Loránd-Universität, Budapest)

17.40 Diskussion

VI. BUCHPRÄSENTATIONEN

ab 18.00 

  • Hugo Meltzl und die Anfänge der Komparatistik. Hg. Horst Fassel. Stuttgart: Steiner 2005.

  • Konfessionsbildung und Konfessionskultur in Siebenbürgen in der Frühen Neuzeit. Hgg. Volker Leppin, Ulrich A. Wien. Stuttgart: Steiner 2005.

  • Ungarn-Jahrbuch. Zeitschrift für interdisziplinäre Hungarologie 27 (2004). München: Verlag UIM 2005.

Anschließend kleiner Umtrunk

  

Freitag, 11. November 2005
VII. Literatur und Kunst

Moderation: Dr. Monok

9.00 Kronstädter Gelegenheitsgedichte des 17. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für die Literaturentwicklung in Siebenbürgen
Vortrag Dr. Horst Fassel (Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

9.20 Veit Marchthalers Reisebeschreibung und die Ungarn-Beschreibung des deutschen Barock. Aspekte vergleichender Untersuchung
Vortrag Dr. Katalin S. Németh (Literaturwissenschaftliches Institut,
Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest)

9.40 Deutsche Kupferstiche als Kompositionsvorlagen für berühmte Goldschmiede Ungarns im 17. Jahrhundert. Zur Frage der graphischen Vorbilder und ihrer Verwendung
Vortrag Dr. András Szilágyi (Museum für Kunstgewerbe, Budapest)

10.00 Diskussion

10.30 Kaffeepause

VIII. Literatur und – Nürnberg

Moderation: Dr. Fassel

11.00 Rezeption und Vertrieb von ungarischen Zeitungsberichten in Nürnberg im 17. Jahrhundert
Vortrag Dr. Nóra G. Etényi (Lehrstuhl für Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Ungarische Geschichte, Eötvös-Loránd-Universität, Budapest)

11.20 Literatur und Gotteserkenntnis. Eine Nürnberger Gemeinschaft von Poeten, Rechtgläubigen, Dissidenten und Schwärmern zur Mitte des 17. Jahrhunderts
Vortrag Dr. Péter Ötvös (Lehrstuhl für Alte Ungarische Literatur, Universität Szeged)

11.40 Ungarische Königsbilder in Nürnberg im 17. Jahrhundert. Ein Rechtsstreit über die Königsbilder des „Mausoleum"
Vortrag Dr. Noémi Viskolcz (Lehrstuhl für Alte Ungarische Literatur, Universität Szeged)

12.00 Zusammenfassung des Symposiums mit Abschlußdiskussion
Moderation: Dr. Fata

Organisatorische Hinweise

  1. Der Tagungsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie folgt zu erreichen: U3 oder 6 Universität ⇒ Schellingstraße ⇒ Amalienstraße (5-10 Minuten Fußweg). Parkplätze stehen nicht zur Verfügung.

  2. Verbindliche Anmeldungen anhand des Rückmeldebogens erbeten bis spätestens 7. November 2005. Sie werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bis zur Höhe der möglichen Teilnehmerzahl (max. 60 Personen) registriert.

  3. Fahrt- und Übernachtungskosten können nicht erstattet werden. Die Pausenbewirtungen und der Umtrunk sind unentgeltlich. Teilnahmegebühren werden nicht erhoben. Für Personen- und Sachschäden bei der An- und Abreise sowie während der Tagung übernehmen die Veranstalter keinerlei Haftung.

  4. Zu eventuellen Programmänderungen siehe hier auf der Webseite.

  5. Rückfragen bitten wir an die Tagungsleitung im UIM: Dr. Lengyel / Krisztina Busa, M. A., Tel. [+49] 089/348171, Fax [+49] 089/391941, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!