Internationales Symposium

Hungarica in Bayern

Quellen und Strukturen von Beziehungen zwischen dem süddeutschen 
Raum und dem historischen Ungarn vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

Veranstalter:

Ungarisches Institut München e. V.

Széchényi Nationalbibliothek, Budapest

Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e. V., Heidelberg

Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft

Amalienstraße 38, 80799 München

Donnerstag und Freitag, 11.-12. November 2004

Mit freundlicher Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei,

des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst

und des Karl Graf von Spreti Sonderfonds

Programm

(Stand: 12. Oktober 2004)

Vorbemerkung

Die Suche nach Hungarica außerhalb Ungarns hat sich seit dem frühen 19. Jahrhundert in erheblichem Maße auf dem deutschsprachigen Gebiet zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit entwickelt. Ihr Gegenstand sind gedruckte oder handschriftliche Schriftzeugnisse sowie graphische Druckwerke ungarländischer Herkunft oder ungarischer Sprache beziehungsweise Thematik. Von Anbeginn an im gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Rahmen disziplinübergreifend ausgerichtet, schlägt sie traditionell sowohl eine bibliotheks- als auch eine archivorientierte Richtung ein. Ihr weiteres Merkmal ist die Vermengung dokumentarischer und analytischer Ansprüche, wobei beziehungsgeschichtliche Fragestellungen bestimmend sind. In jüngerer Zeit sind verstärkte Bemühungen zu beobachten, ihren Ergebnissen internationale Publikationsforen zu sichern.

Das Symposium bietet einen Einblick in die aktuelle ungarische und außerungarische Werkstatt dieser multifunktionalen Hungarica-Forschung. Es präsentiert in fünf thematischen Blöcken Grundlagenforschungen und Problemaufrisse zum politischen Hintergrund sowie zu sozial- und lokalhistorischen Besonderheiten deutsch-ungarischer Beziehungen, die sich im genannten Zeitraum auf mannigfaltige Weise in sammlungswürdigen Dokumenten und beachtenswerten Sammlertätigkeiten niederschlugen. Das inhaltliche Schwergewicht der Referate liegt auf kultur- und wirtschaftshistorischen Aspekten, die in Verbindung mit Fragen der Erschließung und Aufbereitung von bisher unbekannten oder nicht näher ausgewerteten Hungarica-Beständen im weit gefaßten Bayern beziehungsweise im gesamten süddeutschen Raum unter Einschluß insbesondere Württembergs und der Schweiz erörtert werden. Am Büchertisch werden vier deutschsprachige Neuerscheinungen aus mehreren Spalten der deutschen Geschichtswissenschaft zu breiteren Zusammenhängen der Gesamtthematik in literatur-, wissenschafts-, bildungs-, kunst- und kirchengeschichtlicher Optik vorgestellt.

Dieses Veranstaltungsprojekt beruht konzeptionell und organisatorisch auf Kooperationsverträgen zwischen dem Ungarischen Institut München und den Mitveranstaltern sowie zwischen dem Münchener und dem Budapester Veranstalter und der Bayerischen Staatsbibliothek München. Es wird von der Bayerisch-Ungarischen Gemischten Regierungskommission im Rahmen der Vereinbarungen über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der ungarnkundlichen Forschung, Lehre und Dokumentation gefördert.

Die Veranstalter München / Budapest / Heidelberg, Oktober 2004

Donnerstag, 11. November 2004

09.00 Einführung: Geschichte, Themenschwerpunkte und Arbeitsziele der Hungarica-Forschung.
Aspekte aus dem deutschsprachigen Raum
Vortrag Dr. Zsolt K. Lengyel (UIM)

I. Zu den politisch-wirtschaftlichen Verflechtungen

Moderation: Dr. Zsolt K. Lengyel (UIM)

9.30 Das Heilige Römische Reich und die Türkenkriege im 16. und 17. Jahrhundert:
Wahrnehmungen und Wirkungen
Vortrag Prof. Dr. Winfried Schulze (Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar, Abteilung für Geschichte der frühen Neuzeit)

10.00 Zur Ungarischen Handlung der Fugger nach der Handelspraktik des Matthäus Schwarz
(erste Hälfte des 16. Jahrhunderts)
Vortrag Prof. Dr. Markus A. Denzel (Universität Leipzig, Historisches Seminar, Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte)

10.30 Diskussion

11.00 Kaffeepause

II. Migrationen

Moderation: Dr. István Monok (Széchényi Nationalbibliothek, Budapest)

11.30 Glaubensflüchtlinge aus Ungarn in Württemberg im 17. und 18. Jahrhundert.
Ein Forschungsaufriß
Vortrag Dr. Márta Fata (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

12.00 Auf dem Wasserweg nach Ungarn. Krieg und Poesie auf dem „Donau-Strand"
in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Vortrag Dr. Péter Ötvös (Universität Szeged, Lehrstuhl für alte ungarische Literatur)

12.30 Diskussion

13.00 Mittagspause

III. Lokale Traditionen

Moderation: Dr. Péter Ötvös (Universität Szeged)

15.30 Ungarische Studenten betreffende Akten im Heidelberger Universitätsarchiv (1560-1622)
Vortrag Prof. Dr. András Szabó (Gáspár Károli Reformierte Universität Budapest,
Lehrstuhl für alte ungarische Literatur)

16.00 Ferenc II. Rákóczi (1676-1735) und der Kurort Bad Kissingen
Vortrag Dr. Meinolf Arens (UIM)

16.30 Diskussion

17.00 Kaffeepause

IV. BUCHPRÄSENTATIONEN

17.30 Dr. Horst Fassel – Dr. Márta Fata (beide Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen):

  • Pannonien vermessen. Ungarnbilder in der deutschen Literatur von Ekkehard IV. bis Siegfried Lenz. Hg. Horst Fassel. Stuttgart: Ungarisches Kulturinstitut / Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde 2004.

  • Das Ungarnbild der deutschen Historiographie. Hg. Márta Fata. Stuttgart: Steiner 2004.

  • Deutschland und Ungarn in ihren Bildungs- und Wissenschaftsbeziehungen während der Renaissance. Hgg. Wilhelm Kuhlmann, Anton Schindling. Unter Mitarbeit von Wolfram Hauer. Stuttgart: Steiner 2004.

Dr. Harald Roth (Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, Gundelsheim/Neckar):

  • Humanismus in Ungarn und Siebenbürgen. Politik, Religion und Kunst im 16. Jahrhundert. Hgg. Ulrich A. Wien, Krista Zach. Köln/Weimar/Wien: Böhlau [im Druck].

Anschließend kleiner Umtrunk

Freitag, 12. November 2004
V. Sammler und Sammlungen (I.)

Moderation: Dr. Márta Fata (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

09.00 Hungarica in der Bibliothek von Christoph Besold (1577-1638)
Vortrag Dr. Gizella Hoffmann (Universität Szeged, Lehrstuhl für vergleichende Literaturwissenschaft)

09.30 Der Münchner Codex. Seine Entdeckung und sein Weg nach München. Der „Leserkreis" des Münchner Codex
Vortrag Lioba Tafferner, Dipl.-Bibl. (Bayerische Staatsbibliothek, München) – Dr. Meinolf Arens (UIM)

10.00 Diskussion

10.30 Kaffeepause

VI. Sammler und Sammlungen (II.)

Moderation: Dr. Meinolf Arens (UIM)

11.00 Fiktion und Mimesis in den deutschsprachigen Ungarnflugschriften der frühen Neuzeit aus Bayern
Vortrag Dr. András F. Balogh (Eötvös Loránd Universität Budapest, Germanistisches Institut,
Lehrstuhl für deutschsprachige Literaturen)

11.30 Der Lebensweg und Nachlaß von Abraham Ganz (1814-1867). Mit einem archivkundlichen Ausblick auf schweizerische Hungarica-Bestände
Julia Richers, Lic. phil. (Universität Basel, Historisches Seminar, Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte)

12.00 Zusammenfassung des Symposiums mit Abschlußdiskussion

Moderation: Dr. Meinolf Arens (UIM)

13.00 Ende des Symposiums

Organisatorische Hinweise
  1. Der Tagungsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie folgt zu erreichen: U3 oder 6 Universität ® Schellingsstraße ® Amalienstraße (5-10 Minuten Fußweg). Parkplätze stehen nicht zur Verfügung.

  2. Wir bitten um verbindliche Anmeldung als Brief, Fax oder E-mail anhand des beiliegenden Rückmeldebogens möglichst bis 29. Oktober 2004. Sie werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bis zur Höhe der zulässigen Teilnehmerzahl (max. 50 Personen) registriert. Interessenten, deren Anmeldung aus Kapazitätsgründen nicht berücksichtigt werden kann, erhalten schriftliche Mitteilung.

  3. Fahrt- und Übernachtungskosten können nicht erstattet werden. Die Pausenbewirtungen und der Umtrunk nach den Buchpräsentationen sind unentgeltlich. Teilnahmegebühren werden nicht erhoben. Für Personen- und Sachschäden bei der An- und Abreise sowie während der Tagung übernehmen die Veranstalter keinerlei Haftung.

  4. Zu eventuellen Programmänderungen besuchen Sie diese Seite öfter.

  5. Rückfragen nimmt die Tagungsleitung entgegen: Dr. Lengyel / Krisztina Busa, M. A., UIM, Beichstr. 3, 80752 München, Telefon [+49] 089/348171, Fax [+49] 089/391941, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Biobibliographische Hinweise zu den Referenten
Teilnehmer