Josef Angster: Das Tagebuch eines Orgelbauers

Referent: Dr. Franz Metz (München)

Gast: Dr. Judit Angster (Stuttgart)

Zeit, Ort: Mittwoch, 16. Juni 2004, 19.00 Uhr, Haus des Deutschen Ostens, Raum 204, Am Lilienberg 5, 81669 München (U 2 Rosenheimer Platz, Nähe Gasteig)

Veranstalter: Donauschwäbische Kulturstiftung München mit Unterstützung des UIM

Josef Angster (1834-1918) war nicht nur der bedeutendste Orgelbauer Ungarns, sondern auch einer der erfolgreichsten Instrumentenbauer seiner Zeit. Was er schuf, erklingt heute noch vielfach in den katholischen, evangelischen und jüdischen Gotteshäusern Ungarns. Die wichtigsten Ereignisse seines langen Lebens hat Angster in einem Tagebuch festgehalten, das nun zum ersten Mal vollständig im Druck erscheint. Es verewigt unter anderem die Jahre 1854-1866, als der Verfasser auf Wanderschaft durch Ungarn, Österreich, Deutschland, Frankreich und die Schweiz zog – stets zu Fuß, um „die schöne Welt besser zu genießen und mit den Menschen besser in Kontakt zu kommen". Breiten Raum nehmen auch die Aufzeichnungen über die Tätigkeiten seiner in Fünfkirchen (Pécs) 1869 gegründeten Orgelbauwerkstatt ein. Angster hat das Manuskript zuerst in seiner deutschen Muttersprache abgefaßt, von 1906 an aber für seine Kinder und Enkel ins Ungarische zu übertragen begonnen. Sein Tagebuch ist auch unter gesellschaftshistorischem Gesichtspunkt ein wichtiges Dokument der deutsch-ungarischen Beziehungsgeschichte.

Das vor wenigen Wochen im Verlag der Donauschwäbischen Kulturstiftung in deutscher Rückübersetzung erschienene Werk wird vom Herausgeber, dem Musikwissenschaftler, Organisten und Dirigenten Franz Metz vorgestellt. Die Gastreferentin Judit Angster setzt als Urenkelin des Firmengründers die Tradition ihrer Familie im Rahmen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik mit orgelakustischen und allgemeinen Orgelforschungen fort.