EINLADUNG

Ungarisches Kulturfestival

Samstag, 8. Mai 2004, 17.00 – 24.00 Uhr

Gaststätte Zunfthaus, Festsaal

Thalkirchner Str. 76, 80338 München

(U3, Goetheplatz / Buslinie 58 oder 31, Kapuziner Str.)

Eintritt: 10,–/Ermäßigt 8,–/Kinder (bis 14 Jahren) 5,– €

Programm

17.30: Einstimmung
„Ohne Noten": Eröffnung mit Volkskunst- und Bücherflohmarkt sowie Filmvorführungen

Grußworte:
Ein Vertreter der bayerischen Staatsregierung
(Grußwort von Staatsminister Eberhard Sinner)

Konsul Vince Szalay-Bobrovniczky
Generalkonsulat der Republik Ungarn in München

Von Europa nach Europa: über die künstlerische Vermittlungsrolle des UIM
Lichtbildervortrag von Dr. Zsolt K. Lengyel – Dr. Ralf Th. Göllner – Tamás Kelemen, M. A.

19.00: Die Stimme Europas: Musik

Konzert Egyszólam

Der Dudelsack als europäisches Musikinstrument
Lichtbildervortrag von Zoltán Juhász

Konzert Kalamajka
Gast: Milán Hetényi (Budapest, Gesang)

Die gesellschaftspolitischen Aspekte der ungarischen Tanzhausbewegung
Lichtbildervortrag von Daniel Bein (Hamburg)

21.30: Tanzhaus
Mit Kalamajka und Egyszólam
Tanzlehrer: István Durku (München)

Im Rahmen der Veranstaltung:
Volkskunstflohmarkt mit Klaus Frantz
Bücherflohmarkt und Verlagspräsentation des UIM

Während der Veranstaltung:
Abendessen und kaltes Buffet im Restaurant

Die Budapester Folkgruppe Kalamajka wurde 1978 gegründet und spielt seither, abgesehen vom Primas, in der Urbesetzung. Sie widmet sich seit mehr als zwei Jahrzehnten der Sammlung, Pflege und Verbreitung ungarischer Volksmusik. Auf ihren Konzerten in ganz Europa und in Übersee trägt sie alte Bauernmusik auf herkömmlichen Instrumenten, in der ursprünglichen Melodie und natürlichen, dörflichen Spielweise vor.

Péter Dövényi (Bratsche, Maultrommel) Promovierter Geowissenschaftler, Universitätsdozent, spielt seit 1973 Volksmusik.

Éva Fábián (Gesang, Baßgeige/gardon) Kindergärtnerin, Musikschullehrerin, Mitglied auch der Folkgruppe „Egyszólam", singt seit 1973 Volksmusik.

Béla Halmos (Geige, Gesang) Architekt, promovierter Musikwissenschaftler, einer der Begründer der Tanzhausbewegung, spielt seit 1969 Volksmusik.

András Nagymarosy (Kontrabaß, Tambur, Maultrommel, Gesang) Promovierter Geowissenschaftler, Universitätsprofessor, spielt seit 1973 Volksmusik.

Tamás Petrovits (Zymbal) Zymbalkünstler, Musiklehrer, spielt seit 1973 Volksmusik.

Gastmusiker: Milán Hetényi (Gesang)

Die Budapester Folkgruppe Egyszólam wurde 1986 gegründet. Sie sammelt und erforscht die auch heute existierenden Melodien der ungarischen Volksmusik, die sie in traditioneller und authentischer Form vorträgt. Die Lieder stammen in erster Linie aus der alten östlichen Schicht der ungarischen Volksmusik. Die Instrumentalmusik erklingt im Sinne der einstimmigen musikalischen Denkweise auf Hirtenflöten und Dudelsack. Unter Einstimmigkeit ist eine improvisative Interpretationsart zu verstehen, die sich auf die Vielfalt der Melodie konzentriert. Sie ist ein typisches Merkmal der ungarischen Musiktradition. Die Gruppe spielt verschiedene Flöten und den Dudelsack, die von den ungarischen Hirten benutzt wurden. Der ungarische Dudelsack ist eine archaische, aber hochentwickelte Form des mittel- und osteuropäischen dreistimmigen Dudelsackes.

Éva Fábián (Gesang, Baßgeige/gardon)

Zoltán Juhász (Hirtenflöte, Dudelsack)
Physiker, spielt seit 1976 Volksmusik.

Kálmán Sáringer (Hirtenflöte)
Elektroingenieur, spielt seit 1976 Volksmusik.

Instrumente:

„Tilinkó" (Obertonflöte) / „Hosszúfurulya" (Lange Flöte – 80-100 cm lang, mit 3 oder 5 Löchern) / „Rövidfurulya" (Hirtenflöte mit 6 Löchern) / „Ikerfurulya" (Zweistimmige Flöte) / „Oldalsíp" (Querflöte mit 6 Löchern)

Ungarn bereitet sich auf ein langersehntes und wohlverdientes Fest vor. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union wird es juristisch-politisch Mitglied einer grenzüberschreitenden Gemeinschaft, die es während seiner geschichtlichen Entwicklung kulturell immer mitgetragen hat. Das Ungarische Institut München lädt aus diesem Anlaß zu einem Festival ein, das die künstlerische Dimension seiner Tätigkeiten im Geflecht der bayerisch-ungarischen Beziehungen vermittelt.

Die Musik ist die gemeinsame Sprache Europas. Dieser Gedanke verbindet die Programmteile des Festivals, auf dem zwei der besten Folkgruppen Ungarns – Kalamajka und Egyszólam, beide großartige Interpreten der authentischen Volksmusik – Konzerte geben und ins „Tanzhaus" führen. Die eingeladenen Künstler sind gleichzeitig namhafte Vertreter des ungarischen Geisteslebens. Unter ihnen gibt es Physiker, Universitätsprofessoren, Musikwissenschaftler.

Das Tanzhaus ist „gemeinsame Inspiration". Die ungarische Tanztradition bewahrt das Erbe der europäischen Kultur. Die Ausdruckskraft des Tanzes in der ungarischen Kultur ähnelt jener der gesprochenen Sprache – wie einst im ganzen Europa. Die einzigartige ungarische Initiative, das Tanzhaus, hat in den vergangenen Jahrzehnten dem Tanz neue Dimensionen verliehen. Der ungarische Tanz ist die natürliche und gleichzeitig künstlerische Form der Selbstdarstellung. Wer sich im Tanzhaus von seiner Kraft mitreißen läßt, der spürt die Harmonie zwischen Körper und Seele. Wir laden zu einer solchen „gemeinsamen Inspiration" ein.

Discographie Kalamajka (Auswahl):

Leiden Folk Dance Festival (Mitwirkung, Hungaroton, 1980) / Kalamajka. Danses autour de monde, spécial Hongrie 1. (Sabam fm, 1981) / Kalamajka. Danses autour de monde, spécial Hongrie 2. (Sabam fm, 1981) / Bonchidától Bonchidáig [Von Bonchida nach Bonchida] (Hungaroton, 1988) / Aprók táncházában [Tanzhaus der Kleinen] (Hungaroton, 1990) / Borivóknak való [Für Weintrinker!] (Hungaroton, 1991) / Rábaközi és kalocsai táncok [Tänze aus Rábaköz und Kalocsa] (OMI Szakmai Ház, 1991) / Székelyföldi táncok [Tänze aus dem Szeklerland] (OMI Szakmai Ház, 1993) / Megütik a dobot [Die Trommel wird geschlagen] (Mit der Gruppe Egyszólam. Etnofon, 1998) / Ez is borivóknak való! [Auch dies für Weintrinker!] (Akó Kiadó, 1999) / Élő népzene V. [Lebendige Volksmusik] (Táncházi Kamara, 1999) / Haj Rákóczi, haj Bercsényi... (Petrovits Tamás, 2002)

Discographie Egyszólam:

Egyszólam [Musik für eine Stimme] (Hungaroton, 1990) / Fa szülte ágát. Somogyi és gyimesi magyar népzene [Der Baum gebar den Ast. Ungarische Volksmusik aus Somogy und Gyimes] (Privatedition, 1994) / Seregélytánc. Magyar népzene gyerekeknek [Startanz. Ungarische Volksmusik für Kinder] (ABT, 1996) / Megütik a dobot [Die Trommel wird geschlagen] (Mit der Gruppe Kalamajka. Etnofon, 1998) / Ég felettünk, ég alattunk. Magyar dudazene [Himmel über uns, Himmel unter uns. Ungarische Dudelsackmusik (Mit dem Hirtenmusiker István Pál und den Dudelsackspielern Pál Dsupin und Balázs Istvánfi. ABT, 2000) / Zöld erdőben táncolnak. Dél-dunántúli magyar népzene hosszúfurulyán [Im grünen Wald wird getanzt. Ungarische Volksmusik aus Südtransdanubien auf langer Flöte] ( ABT, 2001)