Hier finden Sie weitere Informationen zum Klavierabend am 23. Oktober 2003

Veranstaltungsort und Zeit entnehmen Sie bitte Ihrer persönlichen Einladung.

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Einladung

Programm

 I.

Franz Liszt (1811-1886): Les Préludes

Liszt bezog aus der Dichtkunst besondere Impulse für seine Musik. Auf diese Weise schuf er eine Gattung, die er selbst „Symphonische Dichtung" nannte. „Les Préludes" ist eines seiner bekanntesten Werke in diesem Genre. Es entstand um 1848 zu Beginn seiner Weimarer Schaffensphase, im Jahre des revolutionären Völkerfrühlings. Alphonse de Lamartine (1790-1869) lieferte mit den „Méditations poétiques" die programmatische Textvorlage für dieses Orchesterwerk, von dem Liszt auch Klavierfassungen für vier Hände und für zwei Klaviere anfertigte. Das Gedicht des französischen Dichterfreundes spiegelte bildhaft sowohl die gesellschaftlichen Umwälzungen als auch die persönlichen Lebenserfahrungen des Komponisten wider. Liszt setzte es deshalb mit dem Zusatz „Nach Lamartine" gleichsam als Vorwort zu seiner symphonischen Dichtung ein:

Präludien
Nach Lamartine

»Was andres ist unser Leben, als eine Reihenfolge von Präludien zu jenem unbekannten Gesang, dessen erste und feierliche Note der Tod anstimmt? Die Liebe ist das leuchtende Frührot jedes Herzens; in welchem Geschick aber wurden nicht die ersten Wonnen des Glückes von dem Brausen des Sturmes unterbrochen, der mit rauhem Odem seine holden Illusionen verweht, mit tödlichem Blitz seinen Altar zerstört – und welche, im Innersten verwundete Seele sucht nicht gern nach solchen Erschütterungen in der lieblichen Stille des Landlebens die eignen Erinnerungen einzuwiegen? Dennoch trägt der Mann nicht lange die wohlige Ruhe inmitten besänftigender Naturstimmungen, und >wenn der Drommete Sturmsignal ertönt<, eilt er, wie immer der Krieg auch heißen möge, der ihn in die Reihen der Streitenden ruft, auf den gefahrvollsten Posten, um im Gedränge des Kampfes wieder zum ganzen Bewußtwerden seiner selbst und in den vollen Besitz seiner Kraft zu gelangen.«

(Übersetzung von Peter Cornelius)

II.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Symphonie Nr. 9, d-Moll, op. 125

Transkription von Franz Liszt für zwei Klaviere

I. Allegro ma non troppo

II. Molto vivace

III. Adagio molto cantabile

IV. Presto Allegro

Bearbeitungen, Transkriptionen und Paraphrasen von Kompositionen gingen im 19. Jahrhundert aus dem Improvisieren über bekannte Themen hervor oder wurden erstellt, um das Original neuartig aufzuführen. Ein weiteres Motiv ist aus dem Werk Liszts überliefert: Es war der Wunsch, das Schaffen anderer Komponisten in der eigenen Klaviersprache, mithin in neuer künstlerischer Form umzudeuten. Die Individualität dieses Zugriffs sollte das neue Meisterwerk dem alten ebenbürtig zur Seite stellen und den förderlichen Einfluß beider Fassungen auf die Musikkultur vermehren.

Liszt war den Symphonien Beethovens besonders zugetan. Die 9., die er als Dirigent zeitlebens gerne aufführte, war die einzige, die er 1851 während seiner Tätigkeit als Weimarer Hofkapellmeister, nach Abschluß seiner pianistischen Konzertreisen durch Europa, auf zwei Klaviere übertrug. Der wohl genialste Klaviervirtuose seiner Zeit schuf aus der „Neunten" ein Klangvolumen, das sich an der Monumentalität der Vorlage ausrichtet. Die enormen technischen Anforderungen seiner konzertanten Umsetzung belegen die führende Rolle Liszts in der Begründung und Fortentwicklung der modernen Klavierliteratur.

Neuerscheinung aus der internationalen Liszt-Literatur: Ernst Burger: Franz Liszt in der Photographie seiner Zeit. München: Hirmer 2003.

III.

klukon ranki 3

Die in Budapest geborene Edit Klukon studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie bei Pál Kadosa. Danach wandte sie sich immer mehr der Kammermusik und Liedbegleitung zu. Mit ihrem einschlägigen Repertoire, das von Mozart bis Wolf den Großteil der internationalen Literatur umfaßt, tritt sie in Ungarn und in zahlreichen Städten Europas regelmäßig auf.

klukon ranki 2

Dezső Ránki (1951, Budapest) studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie bei Ferenc Rados und Pál Kadosa. Seine internationale Karriere begann mit dem 1. Preis beim Schumann-Wettbewerb in Zwickau 1969. Seither hat er in den meisten Städten Europas sowie in Amerika und Japan individuelle Klavierabende sowie Solokonzerte mit namhaften Orchestern und Dirigenten gegeben (Berliner und Londoner Philharmoniker, Concertgebouw zu Amsterdam, English Chamber Orchestra, Orchestre National de France / Frans Brüggen, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Sir George Solti).

klukon ranki 1

Das Klavierduo Klukon–Ránki konzertiert seit 1985 in zahlreichen europäischen und außereuropäischen Städten mit vierhändigen oder für zwei Klaviere komponierten Stücken von Mozart, Schubert, Brahms, Debussy, Ravel, Grieg und anderen. Zu den Glanzstücken seines Repertoires gehören die Faust-Symphonie von Liszt in dessen – bisher unveröffentlichter – Transkription für zwei Klaviere und die 9. Symphonie Beethovens, die Liszt für eine zweihändige, eine vierhändige und eine für zwei Klaviere bestimmte Version umarbeitete. Die „Neunte" Beethovens in der Klaviersprache Liszts ist, wie die Kritik unter dem Eindruck eines Züricher Konzerts von Klukon–Ránki an zwei Klavieren urteilte, ein „pianistisches Husarenstück.« (Neue Zürcher Zeitung, 25. November 2002).