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EINLADUNG

Dr. Anna Szinyei Merse (Budapest) Ungarische Maler im Anziehungskreis Münchens 1860–1900

Vortrag veranstaltet vom Generalkonsulat der Republik Ungarn und vom Ungarischen Institut München

Grußwort: Prof. Dr. György Gyarmathy, Generalkonsul der Republik Ungarn

Einführung: Dr. Zsolt K. Lengyel, Direktor des Ungarischen Instituts München

Mittwoch, 2. April 2003, 19.00 Uhr, Generalkonsulat der Republik Ungarn, Vollmannstr. 2, 81927 München

Die kulturwissenschaftliche Analyse der bayerisch-ungarischen Kontakte vor dem Ersten Weltkrieg pflegt eine Welt des weitsichtigen Gründergeistes und schöpferischen Aufbauwillens zu erschließen. Denn das Machtbewußtsein der Führungsschichten in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und im wilhelminischen Deutschland war im ausgehenden 19. Jahrhundert von Bildungsidealen durchdrungen. Auf wirtschaftlichen Wohlstand gegründet, trieb es München und Budapest an, zu Orten hohen ästhetischen Anspruchs aufzusteigen. In diesem Ehrgeiz lag eine Voraussetzung für den beiderseitigen Austausch etwa in der Baukunst und der Malerei, in denen München Einflüsse sowohl ausstrahlte als auch annahm. Der Vortrag widmet sich der Malerei, für die München schon geographisch bedingt die Rolle des Vermittlers zwischen französischen und mitteleuropäischen Bestrebungen spielte. Die mit Dias illustrierten Ausführungen schildern die Tätigkeit der wichtigsten ungarischen Maler jener Epoche, von denen es kaum einen gab, der nicht eine längere oder kürzere Zeit in der bayerischen Landeshauptstadt verbracht hätte.

Die Kunsthistorikerin Dr. Anna Szinyei Merse, Oberkonservatorin der Ungarischen Nationalgalerie zu Budapest, beschäftigt sich seit 1975 mit der vergleichenden Analyse der ungarischen und europäischen Malerei im Zeitraum von 1860 bis 1920. Sie promovierte mit einer großangelegten Monographie über den impressionistischen Maler Pál Szinyei Merse (1845-1920), den Schöpfer des berühmten „Majális" (Picknick im Freien), der übrigens ihr Urgroßvater war. Im Rahmen ihrer ausgedehnten Vortrags- und Publikationstätigkeit war sie auch Kuratorin zahlreicher ungarnbezogener Ausstellungen im ganzen Europa. Sie tritt nicht das erste Mal in der bayerischen Landeshauptstadt auf. 1995 präsentierte sie in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Vereinsbank, der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft und der Ungarischen Nationalgalerie die Ausstellung „Ungarn und die Münchner Schule" im Palais Preysing. 1996 hielt sie einen Vortrag im Zentralinstitut für Kunstgeschichte über die ungarische Freilichtmalerei. 1999 stellte sie in der Ungarischen Katholischen Mission die Malerei von Pál Szinyei Merse und József Rippl-Rónai vor.

Frau Dr. Szinyei Merse ist seit 2001 Trägerin des Goldenen Verdienstkreuzes der Republik Ungarn und seit 2002 des Offizierskreuzes des belgischen königlichen Leopold-Ordens. Sie ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Vereinigungen.

Eine Auswahl aus ihren wichtigsten Publikationen: Bildgattungen und Themen im Jugendwerk von Pál Szinyei Merse. Ein ikonographischer Ausblick. In: Acta Historiae Artium 27 (1981) 287-361; Szinyei Merse Pál élete és művészete. Budapest 1990; A magyar tájfestészet aranykora 1820-1920. Budapest 1994; Neue Bestrebungen: Realismus, Naturalismus und Freilichtmalerei bei den Ungarn in München. In: Ungarn und die Münchner Schule. Spitzenwerke aus der Ungarischen Nationalgalerie 1860 bis 1900. München: Bayerische Vereinsbank 1995, 27-47; Lumières magyares. Les tendences coloristes de la peinture hongroise entre 1870 et 1914. Paris: Hôtel de Ville 2001; Alla ricerca del colore e della luce. Pittori ungheresi 1832-1914. Firenze: Palazzo Pitti 2002.

Im Anschluß an den Vortrag laden wir zu einem Stehempfang ein.

Schriftliche Anmeldung beim Generalkonsulat der Republik Ungarn erforderlich!