40 Jahre Ungarisches Institut in München

 

Die Vorstände Prof. Dr. Horst Glassl,

Dr. Ralf Thomas Göllner und

Dr. Zsolt K. Lengyel beehren sich,

aus diesem Anlaß

zu einem Festakt am

Montag, 2. Dezember 2002, 18.00 Uhr,

in das Internationale Begegnungszentrum der

Wissenschaft, Amalienstr. 38, 80799 München, einzuladen.

Verkehrsverbindung: U 3 oder 6, Universität

Einlaß: 17.30 Uhr

Teilnehmerliste

Zum Anlaß

Die Neugier belebt die wissenschaftliche Arbeit. Sie hält manch eine Forschungseinrichtung auch in Zeiten knapper Kassen am Leben, wenn sie sich mit kritischen Selbstbetrachtungen paart. Das gespannte Interesse des Ungarischen Instituts München an seinen Tagesaufgaben gilt jedenfalls von Anbeginn zugleich der Frage, warum es sinnvoll sei, auf bayerischem Boden fortzubestehen.

In der eigenen Antwort schwang in allen bisherigen Phasen der Institutsgeschichte der doppelte Anspruch mit, Ungarn als Staat und Nation immer auch von seinen Nachbarn aus und nie aus nur einer Perspektive zu betrachten. Die Mitarbeiter, seien sie Ungarn, Nichtungarn oder gemischter Nationalität, wußten – und wissen – bei der Beschäftigung mit ihrem Gegenstand um die aufhellenden und bereichernden Impulse der Außensicht und der Methodenvielfalt. Eine wissenschaftliche Ungarnkunde, die Grenzen geographischer Räu-me und fachlicher Gattungen erkenntnisfördernd überschreiten will, muß aber allerorten und jederzeit in der Lage sein, aus ihrem Material auch Innensichten zu entwickeln.

Mit dem Festakt wird Förderern und befreundeten Einrichtungen gedankt für die vertrauensvolle Kooperation mit einem Institut, in dem sich besagte Außen- und Innensichten seit der Gründung abwechseln oder vermischen. Den Ergebnissen dieser wechselvollen Zugänge bieten die wissenschafts- und kulturpolitischen Beziehungen zwischen Bayern und Ungarn heute mehr denn je ein spannendes und abwechslungsreiches Bewährungsumfeld.

Programm

18.00-18.45: Begrüßung und Ansprachen

Prof. Dr. Horst Glassl, Vorstandsmitglied des Ungarischen Instituts München

Staatsminister Hans Zehetmair, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Staatssekretär Dr. István Hiller, Unterrichtsministerium Budapest

Minister Gábor Görgey, Ministerium für Nationales Kulturerbe, Budapest

18.45-19.00: Laudatio

Verleihung der Pro Cultura Hungarica-Gedenkmedaille an Prof. Dr. Horst Glassl durch Minister Gábor Görgey

19.00-19.15: Sektpause

19.15-21.00: Zeitreisen

Von der Porta Speciosa in Gran zur Wölfin von Klausenburg
Eine thematische Institutsgeschichte 1962-2002 Lichtbildervortrag Dr. Zsolt K. Lengyel, Direktor des Ungarischen Instituts München

Eine musikalische Entdeckungsfahrt durch Ostmitteleuropa

Koncert der Volkgruppe Kalamajka (Budapest)

deutschsprachiges/magyar Programm

21.00-22.30: Empfang mit ungarischen Spezialitäten
Zeittafel zur Geschichte des UIM

1962 Gründung auf Initiative von Persönlichkeiten des ungarischen Exils in der Tradition der international ausgerichteten wissenschaftlichen Ungarnkunde; erster Sitz in der Münchener Rosenheimerstraße 141; Hauptziele: Förderung und „strukturelle Integrierung" der wissenschaftlichen Ungarnkunde „in das deutsche geisteswissenschaftliche Leben" sowie Unterstützung der kulturellen Aktivitäten ungarischer Exilanten; Finanzierung durch das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegs-geschädigte; 1. Vorsitzender: Dr. Thomas von Bogyay (1909-1994)

1963 Beginn der Gutachter-, Forschungs-, Publikations- und Veranstaltungstätigkeit sowie der dokumentarischen Sammlungstätigkeit (Biblio-thek, Nachlässe und Dokumentationen); 2-3 hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter; Begründung von Fachkontakten im Rahmen der deutschen Ost- und Südosteuropaforschung

1964 Einrichtung der Buchreihe ,Studia Hungarica’ (bisher 47 Bände)

1968 Umzug in die Clemensstraße 2; zunehmende finanzielle Engpässe durch stufenweise Streichung der Bundesförderung; 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Georg Stadtmüller (1909-1985); Stärkere Anbindung an die Ludwig-Maximilians-Universität München

1969 Erster Band der Zeitschrift ,Ungarn-Jahrbuch’ (bisher 25 Bände)

1972 Einschränkung der Ziele auf die „Förderung der Ungarn-Forschung" durch Herausgabe von Fachpublikationen und Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen; nur noch Projektförderung durch den Freistaat Bayern; mehrheitlich ehrenamtliche Mitarbeiter

1980 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Horst Glassl, Festigung der Kooperation mit der LMU München durch Beschäftigung von Stipendiaten und Doktoranden sowie Einbringung ungarischer Themen im Lehrfach Geschichte Ost- und Südosteuropas

1989 Finanziell bedingter Umzug in kleinere Arbeitsräume in der Beichstraße 3

1992 Aufbau des institutseigenen Verlags und Vertrieb der beiden Schriftenreihen

1993-1995 Erste Projektförderung durch die Republik Ungarn

1999 Aufnahme in die Projektliste der Bayerisch-Ungarischen Gemischten Regierungskommission; Internationale Evaluierung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Ministerium für Nationales Kulturerbe (Budapest)

2000 Inhaltliche und organisatorische Neuprofilierung mit der institutionellen Förderung des Freistaates Bayern und der Republik Ungarn: arbeitsrechtliche Absicherung und Erweiterung des wissenschaftlichen Aufgabenbereichs um einen kulturell-künstlerischen Veranstaltungsdienst; 4-5 hauptamtliche, 4-6 teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter

2002 Forschungsprojekte im Schwerpunktthema „Ungarn in den Beziehungsgeschichten Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas"; Teilnahme am bayerischen Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (Forost); Eintritt in den Bibliotheksverbund Bayern; Lehrtätigkeit mit Ungarn-Schwerpunkt am Historicum der LMU München; regelmäßige Kooperation mit Behörden, Universitäten, Verlagen, Stiftungen, Unternehmen und Vereinen innerhalb und außerhalb Bayerns; 1. Vorsitzender und Direktor des Instituts: Dr. Zsolt K. Lengyel

Zu den Künstlern

Die Budapester Folkgruppe Kalamajka widmet sich seit mehr als zwei Jahrzehnten der Sammlung, Pflege und Verbreitung ungarischer Volks-musik. Auf ihren Konzerten in ganz Europa und in Übersee trägt sie alte „Bauernmusik" auf herkömmlichen Instrumenten, in der ursprünglichen Melodie und natürlichen, dörflichen Spielweise vor.

Ihr eigens für den Festakt zusammengestelltes Programm beinhaltet Stücke aus nahezu allen Regionen des Donau-Karpatenraumes, in denen sich die musikalische Wirklichkeit interethnischer Wechselwirkungen mit ungarischer, deutscher, rumänischer und slawischer Beteiligung spiegelt.

Péter Dövényi (Bratsche, Maultrommel)

Éva Fábián (Gesang, Baßgeige [gardon])

Béla Halmos (Geige, Gesang)

András Nagymarosy (Kontrabaß, Tambur, Maultrommel, Gesang)

Tamás Petrovits (Zymbal)