Lesung mit Sunnyi Melles - Einführung: Sigrid Löffler

Zeit, Ort: Dienstag, 28. November 2000, 20.00 Uhr, München-Gasteig, Black Box (außer S 27 alle S-Bahnen, Rosenheimer Platz; Straßenbahn 15, 25 Rosenheimer Platz, Straßenbahn 18, Gasteig)

Veranstaltungspartner: Verband Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e. V. im Literaturhaus München / Piper Verlag München

Unter den jüngsten literarischen Wiederentdeckungen internationaler Reichweite nimmt der ungarische Schriftsteller Sándor Márai (1900-1989) einen sehr vornehmen Platz ein. „Das Vermächtnis der Eszter" (1938) ist eine brandneue deutsche Übersetzung aus seinem Werk, vorgelegt von Christina Viragh beim Münchener Piper Verlag (2000, 165 S., geb., DM 32,–). Nach seinem ungarischsprachigen Márai-Abend im Sommer dieses Jahres lädt das Ungarische Institut München seine Freunde und Förderer ein, den für viele überraschenden Publikumserfolg des Schriftstellers diesmal auf der Wellenlänge der deutschen Rezeption zu ergründen. Hierfür bietet die Zusammenarbeit mit zwei hochangesehenen Institutionen des bayerischen beziehungsweise deutschen Verlagswesens sowie mit zwei herausragenden Vertreterinnen der Schauspielkunst und der Literaturkritik einen ebenso fruchtbaren wie repräsentativen Rahmen.

Márai beherrschte das Handwerk des Schriftstellers wie kaum ein Zweiter seiner Generation. Seine Themen, die er häufig den psychologischen Problemfeldern von Partnerbeziehungen entlieh, bot er mit einer eleganten Klarheit, detailbezogen und einprägsam, stets mit der Originalität individualistischer Weltanschauung dar. Die Lesung stellt einen Text vor, der „im Zeitenfluß des zwanzigsten Jahrhunderts beiseite gespült worden war" (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Oktober 2000) und nun, wieder aufgetaucht, den Lesern ein heutigen Normen wohl entrücktes Frauenbild vermittelt. Trotz dieser Nonkonformität erzielt er, wie Rezensionen bezeugen, eine beträchtliche Wirkung in der literarischen Öffentlichkeit, die der stilistischen Leistung „von weltliterarischem Rang" (Frankfurter Rundschau, 14. Oktober 2000) herrührt:

Lajos, betrügerischer Charmeur und einzige Liebe Eszters, hat sich vor zwei Jahrzehnten wider Abmachung plötzlich entschlossen, nicht sie, sondern ihre Schwester Vilma zu heiraten. Nun besucht er die einst Verschmähte, um sich rückblickend zu erklären. Dabei setzt er dazu an, die Betrogene wieder hereinzulegen. In den Dialogen und Monologen der Titelheldin scheint eine große Liebe auf – und die Einsicht, daß diese trotzdem vergeblich und vergänglich ist, daß ihrem Mißbrauch keine zeitlichen Grenzen gesetzt sind.

 

Eintritt DM 15,–/DM 10,–

Kartenvorverkauf ab 30. Oktober 2000 bei München-Ticket, Telefon 089/548 18 181, Telefax 089/548 18 154

Internet: www.muenchenticket.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen

Die Lesung ist Teil der 41. Münchener Bücherschau, einer Veranstaltungsreihe des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e. V., in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München (vom 16. November bis 3. Dezember 2000, täglich von 8.00 – 23.00 im Gasteig)