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Zsolt K. Lengyel Das Ungarische Institut München e. V. 1962-1997Versuch eines historischen Abrisses[Erstveröffentlichung: Ursprünge und Entwicklung des Ungarischen Instituts München e.V. 1962-1997. Ein Beitrag zur Lage der Hungarologie in Deutschland. In: Siebenbürgische Semesterblätter 11 (1997), 109-129; Sie auch 45 éves a Müncheni Magyar Intézet]
1987 erlebte die Ungarnforschung in der Bundesrepublik Deutschland eine charakterbestimmende Wende. Im Oktober jenes Jahres wurde im Finnisch-Ugrischen Seminar der Universität Hamburg das Zentrum für Hungarologie aus der Taufe gehoben. Obgleich es als Dokumentations-, Informations-, Koordinations-, Lehr- und Forschungsstätte bisher "nicht in der Lage war, alle seine vorgesehenen Aufgaben vollständig zu erfüllen",1 erinnert es schon mit seiner durch ausführliche Tätigkeitsberichte 2 legitimerten Existenz eindringlich an den Sinn der Neubelebung jenes Forschungskonzepts, das in den zwanziger Jahren am Ungarischen Institut der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität von Robert Gragger (1887-1926) entworfen 3 und von dessen Mitarbeiter Julius von Farkas (1894-1958) bis in den Zweiten Weltkrieg hinein mit weitsichtiger Ausdauer gepflegt worden war. 4 Die als interdisziplinäre Regionalwissenschaft verstandene Hungarologie nahm in der bundesrepublikanischen Ost- und Südosteuropaforschung der Nachkriegszeit über weite Strecken eine nachgeordnete bis unsichtbare Stellung ein. 5 Folglich lag den Verantwortlichen des Hamburger Zentrums im vergangenen Jahrzehnt einiges daran, ihre theoretische Selbsteinbindung in die Graggersche Tradition und damit ihre Vorreiterrolle bei der mentalen wie organisatorischen Modernisierung des Faches herauszustreichen. 6 Die Informationen dieser Schriften sind jedoch ergänzungsbedürftig. Folgende Ausführungen zeichnen deshalb erstmals zusammenhängend 7 die Grundlinien der Geschichte eines in der Hauptstadt Bayerns beheimateten hungarologischen Unternehmens nach, dem es seit über drei Jahrzehnten aufgetragen ist, die Graggersche Erbschaft in Deutschland nach Kräften zu pflegen. I.Auf den Spuren des im Weltkrieg niedergegangenen Berliner Ungarischen Instituts wurden 1946 an der Ost-Berliner Humboldt-Universität sowie 1947/1948 an der Göttinger Georg-August-Universität finnougrische Seminare aus der Taufe gehoben. Sie waren unter der Federführung von Wolfgang Steinitz (1905-1967) 8 beziehungsweise Julius von Farkas` auf dem Gebiet der vergleichenden Linguistik bereits fest etabliert,9 als der exilungarische Publizist und Redakteur István Jákli 10 im "Sommer 1954 bei Vertretern des ungarischen Exils in München mit dem Vorschlag zur Gründung eines Ungarisches Instituts hausieren ging".11 Die "zündende Idee" kam ihm im Vorfeld der Tausendjahrfeier der Schlacht am Lechfeld, die eine wissenschaftlich fundierte, aber allgemeinverständliche deutschsprachige Studie in Erinnerung rufen und dadurch betuchte Persönlichkeiten zur Förderung einer ungarischen Forschungsstätte mitten in Bayern "animieren" sollte. Das Buch erschien bald,12 doch außer guten Kritiken brachte es nichts ein.13 Im weiteren Verlauf seiner Versuche zur Institutsgründung beabsichtigte Jákli, sich das Wohlwollen "der einflußreichsten und finanziell stärksten Institution" der in Deutschland lebenden Magyaren, des Münchener Ungarischen Büros (Magyar Iroda)14 zu sichern, weil er der Meinung war, daß deren "aus amerikanischen und deutschen Zuwendungen erstandene Handbibliothek" den "Grundstock einer wissenschaftlichen Sammlung" hätte bilden können. Da diese Vorstöße in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre abermals erfolglos blieben, rückte Jákli mit seinem Vorhaben erst wieder heraus, nachdem er im April 1960 zum Jugendbildungsreferent beim katholischen Oberseelsorgeramt ernannt worden und damit in "eine stärkere Position im Gesellschaftsleben des Exils" hineingewachsen war. Die erste Adresse bei der neuerlichen Partnersuche war sein Vorgesetzter, Monsignore György Ódám (1912-1978), seit 1950 ungarischer Oberseelsorger für Westdeutschland,15 den er allerdings vorerst vergeblich ermunterte, Bonner Bundesmittel für die geplante Institutsgründung im "Rahmen der Unterstützung von kulturellen Tätigkeiten der ungarischen Volksgruppe" einzuwerben.16 Daraufhin entwickelte Jákli in seinem "Wirkungskreis als Geschäftsführer des Széchenyi-Kreises, einer Vereinigung von Akademikern und jüngeren Intellektuellen im Kölner Raum, Programme, welche die Existenz eines Institutes sozusagen präjudizierten". Auf deren Bad Godesberger Kongreß im September 1962 erging schließlich unter anderem aufgrund der Befürwortung Thomas von Bogyays (1909-1994), des unten noch näher vorzustellenden Verfassers der Lechfeld-Studie, die Empfehlung, eine Széchenyi-Akademie ins Leben zu rufen, vorausgesetzt, in München werde kein Ungarisches Institut entstehen.17 Durch diesen signalhaften Beschluß aufgeschreckt, setzten die früheren Münchener Gesprächspartner, allen voran Prälat György Ódám, nun tatkräftig zur Verwirklichung der Idee István Jáklis an. Sie erreichten, daß im Herbst 1962 mit einer vom Bonner Bundesministerium für Vetriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte gewährten Starthilfe über den Caritas-Verband Räumlichkeiten im Münchener Stadtteil Haidhausen angemietet werden konnten.18 Die von Gyula Morel 19 und Jákli erarbeitete Satzung wurde auf der Gründungsversammlung vom 12. Dezember 1962 einstimmig angenommen und in die Obhut des zum 1. Vorsitzenden des Ungarischen Instituts München (UIM) und des gleichnamigen Trägervereins gewählten Thomas von Bogyay gelegt. Jákli übernahm das Amt des Schriftführer-Sekretärs des Vereins Ungarisches Institut München e. V., der beim Registergericht des Amtsgerichts München am 15. März 1963 eingetragen wurde. 20 II.Den ersten Direktor des UIM21 hatten die Kriegswirren 1945 nach Deutschland verschlagen. Neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Redakteur am Münchener Sender Freies Europa machte er sich als Kenner ur-, früh- und ausgrabungsgeschichtlicher sowie mediävistischer Themen einen Namen in der internationalen Fachwelt.22 Seine privaten, in seine Radiosendungen vielfach eingeflossenen23 Forschungen betrieb er in der Überzeugung, gerade im Ausland zur wahrheitsgetreuen Gestaltung, notfalls zur Berichtigung des historischen Ungarn-Bildes verpflichtet zu sein. Da er seit seinen Studienjahren stets auch außerungarische Fachprobleme verfolgt und eine Reihe von Auslandskontakten unterhalten hatte, war er wie geschaffen für die Leitung des UIM, das sich laut seiner Satzung anschickte, unter beratender Mithilfe hochangesehener deutscher und auslandungarischer Wissenschaftler24 eine an den Außenbezügen orientierte Ungarnforschung im Sinne "der Pflege und Förderung der ungarischen Wissenschaft und Kultur und deren Nutzbarmachung für die Praxis" zu betreiben.25 Davon ausgehend, daß die Wirtschaftsforschung in der damaligen Bundesrepublik Deutschland keine institutionelle Erweiterung mehr nötig hatte, bezogen sich die Urheber der Satzung mit dem gerade zitierten § 2 im besonderen auf die "Geschichte, Kultur und Gesellschaftskunde Ungarns und des ungarischen Volkes".26 In den Gründungsdokumenten weniger klar niedergelegt,27 jedoch bereits in der Praxis der ersten Jahre befolgt wurde das zweite Leitprinzip des UIM, nach dem es sich jeder "Tages- und Parteipolitik [...] grundsätzlich und unbedingt" fernzuhalten hatte.28 Zum zweigeteilten Arbeitsfeld gehörten einesteils die Sammlungen mit Bibliothek monographischer und periodischer Fachliteratur, Archiv der ungarischen Exilpresse, Photothek, Diathek, Zeitungsausschnitten, Klischees und Landkarten.29 Andernteils lief eine Forschungs- und Informationstätigkeit zur fachlich untermauerten "Bekämpfung von Vorurteilen und Berichtigung von Irrtümern"30 an. Im einzelnen drückte sich dieser Vorsatz bis 1968 in der Lieferung von wissenschaftlichen Dokumentationen und Gutachten, der Unterstützung von und der Beteiligung an Forschungsvorhaben mit Veranstaltungen sowie in eigenen Publikationen aus.31 Den ersten langfristig nachwirkenden Schritt zur Umsetzung seines Arbeitsprogramms32 unternahm das UIM mit der Einrichtung der Buchreihe "Studia Hungarica". Mit deren 1964 als "bescheidene Ehrengabe" an "Bayern und München" vorgelegten ersten Band über ,Bayern und die Kunst Ungarns' gedachte Thomas von Bogyay Zeugnis davon abzulegen, "daß die Mitarbeiter des Instituts, bei aller Verbundenheit mit Volk und Heimat, sich vor allem der Wahrheit verpflichtet fühlen".33 In diesem Satz deutete der Institutsdirektor an, was er an anderen Stellen auch programmatisch formulierte, nämlich daß er sich in die - neben Robert Gragger - von Kuno Graf Klebelsberg (1875-1932), dem von 1922 bis 1931 amtierenden königlich-ungarischen Minister für Kultus- und Unterricht begründeten,34 1933 als Stipendiat selbst vor Ort erfahrenen35 Tradition des einstigen Ungarischen Instituts einbinden wollte. Die geistige Kontinuität zwischen der Ungarnkunde im Berlin der Zwischenkriegszeit und im München der 1960er Jahre war nach Bogyay hauptsächlich durch Veröffentlichungen humanwissenschaftlicher Werke herzustellen, da die Monographienreihe des Vorbildinstituts, die "Ungarische Bibliothek", nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wiedererstanden war, und das Fortsetzungsorgan der einstigen "Ungarischen Jahrbücher", die Göttinger "Ural-Altaischen Jahrbücher", sich rein philologisch betätigte.36 Die "Studia Hungarica" sollte "die dadurch entstandene erhebliche Lücke mindestens zum Teil" füllen, nämlich durch den zwanglos aufeinanderfolgenden Abdruck von "Abhandlungen über Probleme der Geschichte und Kultur der Ungarn und ihrer Beziehungen zu den Nachbarvölkern, insbesondere den Deutschen".37 Aus diesen schlichten Worten wuchs eine Unternehmung heraus, die alle anderen frühen, zumeist hektographierten Publikationsprojekte des UIM überleben sollte; 1995 ist sie bei Band 42 angelangt.38 Die Autorenschaft der "Studia Hungarica"39 ist nach Nationalität und Staatsbürgerschaft recht durchmischt: bisher waren 21 Magyaren aus dem Westen, das heißt Exilanten oder deren Nachkommen, 13 Deutsche, 3 Magyaren aus Ungarn, 2 Ungarndeutsche, 1 Nichtmagyare aus dem Westen vertreten; zu drei Titeln steuerten Deutsche, Binnen- und Westmagyaren sowie Nichtmagyaren aus dem Westen gemeinsam Beiträge bei. Die Reihe enthält 20 Monographien, 5 Editionen, je 4 Gesamtdarstellungen und Sammelbände, 3 Memoiren sowie je 2 Bibliographien, Biographien und Abhandlungen mit einem bisherigen Gesamtumfang von 11.133 Druckseiten (Satzspiegel 19 x 11,5 cm), also mit einem durchschnittlichen Umfang von 265 Druckseiten pro Band. Von diesen Titeln behandeln 12 die Zwischenweltkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg, 7 das 17.-19. Jahrhundert, 4 die kommunistische Nachkriegszeit, je 2 das Mittelalter und die frühe Neuzeit beziehungsweise die Österreichisch-Ungarische Monarchie und den Ersten Weltkrieg, schließlich 1 den Postkommunismus; 14 Bände sind periodisch übergreifenden Inhalts. Von je einer ungarisch- beziehungsweise ungarisch-/englischsprachigen Ausnahme abgesehen in Deutsch erschienen, decken sie folgende Sachgebiete ab: Politik, Staat, Gesellschaft, Recht (22), Kirche (7), Übergreifendes (4), Musik (3), Presse (2), Kunst (2), Schöngeistige Literatur (1) und Philosophie (1). An der "Studia Hungarica" wirkten bisher die Vertreter folgender Fachbereiche mit: Geschichtswissenschaft (20), Politikwissenschaft (11), Kunstgeschichte (2), Musikwissenschaft und -geschichte (2), Soziologie, Literaturwissenschaft, Philosophiegeschichte und Volksunde (je 1). 3 Bände sind interdisziplinär angelegt. Die Einteilung des im Laufe von 33 Jahren verlegten Materials nach Staaten und Regionen ergibt 34 Bände mit Schwergewicht auf Ungarn, 5 auf Siebenbürgen und je 1 auf Österreich-Ungarn, Burgenland und Banat. Innerhalb der einschlägigen wissenschaftlichen Buchproduktion deutscher Sprache kommt der "Studia Hungarica" dank ihres stetigen, interdisziplinären, ausnahmslos fachwissenschaftlichen und epochenübergreifenden Ungarnbezug eine Sonderstellung zu.40 III.Der Vorsatz der uneingeschränkten Wissenschaftlichkeit fand bei der näheren Anhängerschaft des frühen UIM nicht die von Bogyay erhoffte einhellige Zustimmung. Bald nach der Gründung traten "abweichende Vorstellungen über die Bestimmung des Ungarischen Instituts" zutage, die der unterschiedlichen Auslegung der in der Satzung stellenweise zu vage formulierten Aufgaben und Arbeitsgebiete herrührten und "das Verhältnis zwischen dem Vorstand und mehreren Vereinsmitgliedern belasteten". Bogyay selbst hielt die "Richtung der Arbeit [...] schon dadurch vorgezeichnet", daß auf den Posten des Leiters mit ihm eine Person berufen wurde, der "nur wissenschaftliche Leistungen und Beziehungen aufweisen konnte, im Leben der Emigrantenorganisationen aber keine Rolle spielte". Auf der anderen Seite bestanden "ehrenwerte und wichtige Persönlichkeiten in der ungarischen Emigrantengruppe und auch im Trägerverein darauf", daß "das Institut eine "nationalpolitische Arbeitsstätte" und u. U. ein Kampfinstrument sein soll".41 Den inneren Richtungskämpfen machte Bogyay selbst ein Ende: Er übergab die Führung des Instituts in deutsche Hände, nahm aber an dessen Leitung als 2. Vorsitzender beziehungsweise Präsidiumsmitglied weiterhin und bis zu seinem Tod am 8. Februar 1994 teil.42 In dem am 25. März 1968 fertiggestellten Tätigkeitsbericht über die Jahre 1966-1968 faßte der scheidende Direktor die Argumente für die Fortsetzung seines Organisationskonzepts zusammen. "Nach fünfjährigem Bestehen ist es angebracht", blickte Bogyay zurück, "die dem Institut von außen aufgetragenen Aufgaben zu überblicken, um festzustellen, wie weit die Berliner Tradition: ein wissenschaftliches Institut, das in das deutsche geistige Leben integriert aufklärt und informiert, eine Daseinsberechtigung besitzt. Dieser Überblick [...] bestätigt, daß ein Ungarisches Institut in der Bundesrepublik das Erbe des Berliner Instituts anzutreten hat."43 IV.Georg Stadtmüller (1909-1985), der ungarischen Geschichtsproblemen seit je her zugewandte 44 neue Direktor, war mit dem UIM seit allerfrühsten Zeiten freundschaftlich verbunden.45 Hauptberuflich wirkte er seit 1959 als Ordinarius an dem im Jahre seiner Berufung errichteten Seminar (heute Institut) für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas der Ludwig-Maximilians-Universität München.46 Seine am 1. April 1968 beginnende 47 und knapp zwölf Jahre währende Amtsperiode war einerseits von der erfolglosen Suche nach institutionalisierten und ansprechenden Finanzierungsmöglichkeiten gekennzeichnet. Nachdem 1971 die Zuschüsse des Bundesinnenministeriums, Abteilung für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, gänzlich und ersatzlos gestrichen worden waren,48 erhielt das von privaten Spendern nur sporadisch und eher nur symbolisch unterstützte UIM allein vom Freistaat Bayern, Staatsministerium für Unterricht und Kultus (heute Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst) alljährlich freiwillige Zuwendungen. Diese reichten nicht aus, die bis zu den frühen siebziger Jahren - neben derjenigen einer Bürokraft - bestehende Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten zu halten beziehungsweise neu auszuschreiben. Die letzte feste Angestellte des UIM war eine seit 1968 mit 30 Wochenstunden beschäftigte dreisprachige Sekretärin. Ihr teilweise aus Mitteln der Stiftung Volkswagenwerk mitfinanziertes Arbeitsverhältnis mußte 1983 notgedrungen gelöst werden.49 Trotz dieser Mißlichkeiten gelang es Georg Stadtmüller andererseits, einen der Aufgabenbereiche des bei seinem Amtsantritt in den Münchener Stadtteil Schwabing umgezogenen UIM,50 die Veröffentlichungen, zu konsolidieren. Er ließ die von Band 4 bis 10 als alleiniger Herausgeber gezeichneten "Studia Hungarica" regelmäßig erscheinen 51 und brachte 1969 außerdem eine neue Reihe, das "Ungarn-Jahrbuch", hervor - eine Maßnahme, die in der Geschichte des UIM als ebenso bedeutungsvoll anzusehen ist wie die Einrichtung der "Studia Hungarica". Diese "Zeitschrift für die Kunde Ungarns und verwandte Gebiete", wie sie im Untertitel heißt, sei laut Geleitwort des Begründers ein "notwendiges Unternehmen", weil im Sinne der "allgemein vorherrschenden "slawistischen" Betrachtungsweise" die ""osteuropäische Geschichte" mit der Geschichte der "slawischen Welt" (...)" gleichgesetzt, folglich ein "entscheidendes Faktum der Geschichte des östlichen Europa weithin übergangen, wenn nicht gar völlig verneint" werde. "Bis zum Hochmittelalter", so Stadtmüller weiter, "wurde die politische und die kulturelle Geschichte dieses Raumes (und weithin auch seine religiöse Geschichte) von anderen, nichtslawischen Völkern und Reichen bestimmt: dem kulturmächtigen Byzanz und den herrschgewohnten eurasischen Reiterhirtenvölkern." Da außerdem die Göttinger "Ural-Altaischen Jahrbücher" mit ihren sprachwissenschaftlichen Schwerpunkten offensichtlich nicht das philologisch-historiographische Programm der Berliner "Ungarischen Jahrbücher" oder des Wiener "Jahrbuchs des Wiener Ungarischen Historischen Instituts"52 fortsetzten, fehle es in "Deutschland und in der gesamten westlichen Welt eine Fachzeitschrift für die Erforschung Ungarns, die den ungarischen und außerungarischen Forschern die Möglichkeit zur Veröffentlichung in einer westlichen Weltsprache bietet und die westliche Welt durch Buchbesprechungen und zusammenfassende Forschungsberichte über Gang und Ertrag der ungarischen Forschung unterrichtet."53 Das solcherart in typisch Bogyayscher Manier eingeführte "Ungarn-Jahrbuch" wurde einige Male mit dem Material von wissenschaftlichen Konferenzen, die das UIM bis Ende der siebziger Jahre satzungsgemäß und dank der Gastfreundschaft der Münchener Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung zu veranstalten in der Lage war, gefüllt.54 Seine Verantwortlichen strebten von Anbeginn danach, in der Tat ein internationales, thematisch weit ausblickendes und bei alledem weltanschaulich unbefangenes Publikationsforum zustande zu bringen und am Leben zu halten. Die Zahl der binnenungarischen Autoren sollte nachvollziehbarerweise erst ab den achtziger Jahren anwachsen,55 doch schon im zweiten Band finden wir einen Budapester Beitrag aus der Feder einer Mitarbeiterin des Ungarischen Museums für Arbeiterbewegung (Magyar Munkásmozgalmi Múzeum).56 Mit einem flüchtigen Blick auf die Inhaltsverzeichnisse ist weiters zu erkennen, daß bei der Auswahl der Sachgebiete und Fachrichtungen ebenfalls keine Ausgrenzungsmomente bestanden. Das editorische Hauptziel der mehrheitlich aus Historikern bestehenden Schriftleitung schloß nachprüfbarerweise stets auch den Abdruck von Erträgen anderer geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen ein. Seit den frühen achtziger Jahren nahm die Zahl der sprach- und literaturwissenschaftlichen, volkskundlichen, soziologischen, politologischen und kulturhistorischen Schriften sogar zu.57 Thomas von Bogyay, der die Wissenschaftlichkeit und allgemeine Offenheit des Organs als späte, aber nicht verspätete Rechtfertigung seiner Haltung in den frühen inneren Richtungskämpfen empfunden haben mag, wirkte als beständiges und beratend-wegweisendes Mitglied des ansonsten personell mehrfach umbesetzten Herausgeberausschusses mit. Bei den redaktionellen Tagesgeschäften standen Stadtmüller vor allem seine Schüler Horst Glassl 58 und Ekkehard Völkl,59 die mit Band 5 in die Hauptherausgeberschaft aufrückten, hilfreich zur Seite. Die letztgenannten Professoren für ost- und südosteuropäische Geschichte an der Universität München beziehungsweise Regensburg stießen mit Band 11 auch zur Herausgeberschaft der "Studia Hungarica", der seit Band 17 noch Edgar Hösch, Nachfolger Stadtmüllers am Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas und Südosteuropas der Universität München,60 angehört.61 Die Professoren Glassl und Völkl halten heute im Bunde mit dem Bonner Kirchenhistoriker Gabriel Adriányi,62 seit Band 6 anstelle Stadtmüllers dritter Hauptherausgeber des "Ungarn-Jahrbuch", im wesentlichen an der ursprünglichen Zielsetzung fest. In die Rubriken "Abhandlungen", "Forschungsberichte", "Besprechungen" und "Chronik" sowie - ab Band 15 - "Mitteilungen" eingeteilt, erscheint diese Zeitschrift jährlich auf durchschnittlich 314 Druckseiten (Satzspiegel 19 x 11,5 cm), hat also mit ihren bis 1995 erschienenen 21 Bänden einen Gesamtumfang von 6.594 Druckseiten erreicht. Sie ist das einzige Fachorgan in Deutschland, das ausschließlich Arbeiten ungarischer und nichtungarischer Gelehrter über die Probleme der Geschichte, Kultur, Politik, Landeskunde, Gesellschaft und Wirtschaft Ungarns sowie jener Staaten, in denen Magyaren leben, in deutscher oder in einer anderen westlichen Sprache veröffentlicht und damit die grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen philologisch, geistes- sowie sozialwissenschaftlich ausgerichteten Hungarologen zu fördern bereit ist.63 V.Mit den Namen der eben erwähnten Stadtmüller-Schüler verbindet sich der bislang letzte Führungswechsel am UIM. Horst Glassl übernahm 1980 das Direktorsamt von seinem aus Altersgründen ausgeschiedenen einstigen Doktorvaters, und Ekkehard Völkl wurde - neben Bogyay - sein Stellvertreter.64 In der nachfolgenden Zeit nahm die Zahl der unter Stadtmüller recht häufigen amtlichen Bittstellungen und Selbstdarstellungen merklich ab.65 Die Erkenntnis der frühen achtziger Jahre, einstweilen nicht mehr auf eine Erhöhung und haushaltspolitisch verbindliche Verankerung der freistaatlichen Fördersumme zu hoffen, sollte die Organisations- und Beschäftigungsstruktur bis in unsere Tage hinein nachhaltig beeinflussen. Die zuletzt 1980 mit dem Punkt der Gemeinnützigkeit abgeänderte Satzung legt als Hauptzweck die "Betreibung und Förderung der Ungarn-Forschung vor allem in den Bereichen Geschichte, Kultur, Landeskunde, Literatur und Sprache" fest und weist an, dazu "wissenschaftliche Veröffentlichungen" herauszugeben und "wissenschaftliche Tagungen und Vorträge" abzuhalten.66 Um zumindest das erstgenannte Ziel verfolgen zu können, vergeben der Vorstand und das aus Edgar Hösch und Gabriel Adriányi bestehende Präsidium, die beiden - in Verbindung mit der Mitgliederversammlung - ehrenamtlich tätigen Organe des UIM, ausschließlich Werk- oder Honorarverträge an wissenschaftliche Arbeitskräfte, die ihren Lebensunterhalt zum erheblichen Teil aus Magister-, Promotions- oder Forschungsstipendien bestreiten und mitunter auch Hilfskraft- oder Assistenzaufgaben am Institut für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas der Universität München erfüllen. Diese seit Mitte der achtziger Jahre aus 3-4 Personen bestehende Mitarbeiterschaft,67 der bei Bedarf auswärtige Schreibkräfte zuarbeiten, betreut neuerdings insgesamt vier Abteilungen, wobei die Referenten auf allen Aufgabenfeldern arbeitsteilig mitzuwirken haben. Zu der Redaktion der Zeitschrift und der Buchreihe sowie den in der vorherigen Periode eher vernachlässigten, jetzt aber mindestens vorgeordneten beziehungsweise laufend katalogisierten, hier aus Platzgründen ausgeklammerten Sammlungen68 kamen zu Beginn der neunziger folgende zwei Abteilungen hinzu. Im Dezember 1991 verstarb der Verleger der beiden Institutsreihen, Dr. Dr. Rudolf Trofenik.69 Nach den seit 1964 mehrfach erfolgten Verlagswechseln 70 obliegen ab Band 19 (1991) des "Ungarn-Jahrbuch" beziehungsweise Band 40 der "Studia Hungarica" die verlegerischen Aufgaben dem Verlag Ungarisches Institut München (VUIM), der im Januar 1992 im Rahmen des Trägervereins gegründet und in das UIM eingegliedert wurde.71 Er hat die Anwerbung und Belieferung der Abonnenten sowie den Verkauf der gesamten, seit 1964 auf den Markt gebrachten institutseigenen Produktion übernommen. Die Redaktionen der Zeitschrift und Monographienreihe hatten bereits 1987 auf Computer- und Laserbearbeitung der Manuskripte umgestellt, so daß seit der Verlagsgründung die Buchprojekte außer den Offsetdruck- und Bindungsarbeiten vollständig in eigener Regie durchgeführt werden. In der zweiten neuen Abteilung, der Forschungs- und Beratungsstelle, werden erstens Anfragen auswärtiger Kollegen bearbeitet oder deren Münchener Forschungsaufenthalte fachlich begleitet, zweitens wissenschaftliche Arbeitsvorhaben - teilweise im Auftrag von oder in Verbindung von Partnerinstitutionen - konzipiert und durchgeführt. Das letztere Tätigkeitsfeld umfaßt 1995 die Themen "Ungarische Außenpolitik 1990-1994", "Die Ungarndeutschen in der Zwischenkriegszeit", "Verwaltungsgeschichte des österreichischen Neoabsolutismus in Ungarn 1849-1860", "Das Ungarische Institut München e. V. und die Hungarologie in Deutschland seit 1945" und "Autoritäre und totalitäre Herrschaftsstrukturen in Rumänien 1918-1989. Wirkungszusammenhänge zwischen politischer und nationaler Ausschließlichkeit in einem zentralisierten Nationalitätenstaat". Als vorerst abgeschlossen gilt das im September 1993 angelaufene Projekt "Das Bild der neuesten deutschen Publizistik und Fachliteratur vom Systemwandel in Ungarn und von den ungarischen Minderheiten", das vom Außenministerium der Republik Ungarn auf der Grundlage eines zum Juni 1995 aus finanziellen und konzeptionellen Gründen vorzeitig gekündigten Sponsoren-Rahmenvertrags gefördert wurde.72 VI.Es ist hier weder möglich noch nötig, die einzelnen Tätigkeitsbereiche des UIM tiefergehend zu analysieren. Die Leitfrage der Konferenz, in deren Rahmen dieser Aufsatz vorgetragen wurde, bezog sich auf die Art und das Ergebnis des noch während des Ersten Weltkriegs begonnenen Ausbaus ungarischer wissenschaftlicher Einrichtungen im Ausland. Aus unserer Fallstudie, der Programmatik und Struktur der vordergründig durch ihre Veröffentlichungen ausgewiesenen Münchener hungarologischen Werkstatt, sei eine Teilantwort abgeleitet, und zwar in der Form einer Zwei-Punkte-Charakterisierung des dornenreichen Weges von der ersten Mitgliederversammlung bis zu dem gerade begangenen 33. Jahrestag der Gründung des UIM, das übrigens 1989 ein drittes Mal seinen Sitz wechselte.73 Wissenschaftlichkeit. Obwohl das UIM aus dem geistigen Umfeld des in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre nach Westeuropa gelangten ungarischen Exils hervorging, wurde es - trotz gegenteiliger Behauptungen oder Andeutungen 74 - nicht zu dessen Organisation.75 Jener Teil seiner Anhängerschaft, der es gerne in den Dienst nationalpolitischer Ziele gestellt hätte, kam nie zu einer maßgebenden Rolle. Die andere Fördergruppe der Exilanten und die seit 1968 amtierende deutsche Vorstandschaft hielten das Streben nach Objektivität und nach Integration in deutscher und, allgemein, westeuropäischer Richtung als unanfechtbare Funktionsprinzipien bei und aufrecht. So erklärt sich, daß zu den beiden Institutsreihen selbst die einst in den Westen geflüchteten ungarischen Autoren keine tagespolitischen, sondern ausnahmslos wissenschaftliche oder wissenschaftlich verwertbare Beiträge beisteuerten. Gyula Borbándis 76 und Julián Borsányis77 Monographien sowie Gustav Hennyeys78 Lebenserinnerungen mögen die im Rahmen des UIM alles in allem fruchtbare, darüber hinaus jedoch eher seltene, in den letzten zwei-drei Jahrzehnten bisweilen sogar verhinderte Einbindung von Exilanten in den Kreislauf des altbundesrepublikanischen Wissenschaftsbetriebs79 beispielhaft vergegenwärtigen. Nährte sich der Idealismus der Gründergeneration aus dem Eindruck des niedergeschlagenen Aufstands von 1956 sowie des stalinistischen und nachstalinistischen Einparteienregimes in der Heimat,80 ohne den wissenschaftlichen Charakter der Institutsaktivitäten zu beeinträchtigen, so ist heute, da in Ungarn kein Totalitarismus mehr bekämpft werden muß, die am UIM weiterhin unerläßliche Opferbereitschaft erst recht gänzlich und ausschließlich durch die intellektuelle Neugierde an hungarologischen Themen unterbaut, zumal das Personal nach Abstammung und sozialer Stellung seit den frühen achtziger Jahren mehrheitlich nicht dem ungarischen Exil zuzurechnen ist. Die Institutsführung ist es, wie oben ausgeführt, schon seit 1968 nicht mehr. Lückenfüllende Rolle. Das UIM hat mit seiner Wissenschaftlichkeit dem Berliner Modell hungarologischer Forschung, zu dem es sich als erste deutsche Facheinrichtung nach dem Zweiten Weltkrieg bekannte, einen eigentümlichen Stempel aufgedrückt. Seit den Anfängen betreibt es eine interdiszplinär-regionalwissenschaftliche Ungarnkunde 1. außerhalb des aus Budapest unterhaltenen Systems ausländischer Kulturinstitute beziehungsweise jenseits der offiziellen Wissenschaftsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der einstigen Volksrepublik Ungarn,81 2. außerhalb des universitären Bereichs. Seine Sonderrolle bei der Pflege der Graggerschen Tradition fällt im Vergleich mit dem eingangs erwähnten Hamburger Zentrum für Hungarologie besonders nachdrücklich ins Auge. Das organisatorisch wie personell in das Finnisch-Ugrische Seminar der dortigen Universität integrierte und entsprechend ausgestattete Zentrum versteht sich im Sinne des am 10. März 1988 unterzeichneten Vertrags zwischen dem Ministerium für Bildung und Kultur der Volksrepublik Ungarn, der Budapester Eötvös-Loránd-Universität und der Universität Hamburg als Vermittler jener "kulturpolitischen Konzeption zur Verbreitung der ungarischen Kultur im Ausland, die noch vom damaligen Kulturminister Béla Köpeczi ausgearbeitet worden ist" und das die Hungarologie "möglichst im Rahmen der Finnougristik tätig" sehen will.82 Diese Einschränkung läuft dem Graggerschen Konzept einer breit, eben philologischen und geistes- sowie sozialwissenschaftlichen Hungarologie zuwider. Mithin verweist sie auf einen schwerwiegenden Widerspruch im Selbstverständnis des Hamburger Zentrums hin, das sich theoretisch interdisziplinär-regionalwissenschaftlich ausrichtet und die Vorstellungen Robert Graggers am "unmittelbarsten" aufzugreifen meint,83 in der Praxis jedoch schon durch die persönlichen Interessen seines Direktors Wolfgang Veenker finnougristisch-linguistischen Fragenkreisen besonders zugetan ist.84 Hiervon abgesehen besteht der Grundunterschied zwischen dem hanseatischen und dem bajuwarischen Institut darin, daß das UIM seine Erträge eigenverantwortlich publiziert. Mit der Fortsetzung der verlegerischen Praxis des einstigen Berliner Ungarischen Instituts trägt es dem Umstand Rechnung, daß in Deutschland, ja im deutschsprachigem Raum nur die finnougristisch-linguistische Hungarologie über eigenständige Publikationsforen verfügt, die regionalwissenschaftliche Ungarnkunde hingegen auf ost- und südosteuropabezogene Organe verteilt prozentual unterbesetzt erscheint.85 In diese Lücke stoßen das "Ungarn-Jahrbuch" und die "Studia Hungarica" vor. Holger Fischer befindet zwar kategorisch, daß es "derzeit keine den zwischenkriegszeitlichen "Ungarischen Jahrbüchern" ähnliche interdisziplinäre hungarologische Zeitschrift" gäbe.86 Doch dem an der zitierten Stelle nicht genannten, wohl subjektiv gewählten Vergleichskriterium des Hamburger Kollegen stehen die obigen Erläuterungen zum Inhalt des "Ungarn-Jahrbuch" vielsagend gegenüber. VII.Niemand wird mit gutem Recht behaupten können, daß das breite hungarologische Arbeitsprogramm überhaupt schon in wünschenswertem Maße verwirklicht sei. Seine auch mal mit klugen Argumenten geforderte Aufwertung zu einem in Deutschland selbständigen Lehr- und Forschungsfach "Ungarn-Studien"87 fand bisher nicht statt. Heute wird allein an der Berliner Humboldt-Universität ein seit 1968 bestehendes Magisterstudienfach Hungarologie mit philologischem Schwerpunkt angeboten. Ungarische Themen sind an den Universitäten des wiedervereinigten Landes wenn überhaupt, so nur im Rahmen der Sprachvermittlung innerhalb oder außerhalb der Münchener, Göttinger und Hamburger Finnougristik, ferner an Instituten für Geschichte oder Wirtschaft Ost- und Südosteuropas anzutreffen.88 Die unausgereifte Interdisziplinarität und die Verengung auf den universitären Bereich, das methodisch-organisatorische Grundproblem der heutigen Hungarologie in Deutschland,89 wird naturgemäß unter Beteiligung außeruniversitärer und nicht nur philologisch ausgerichteter Einrichtungen gelöst werden müssen. Dazu drängen sich einige nur forschende Institute in München, Ebenhausen, Köln und Kiel geradewegs auf, gehen sie doch auf ungarische Themen seit geraumer Zeit häufiger und in breiterer Anlage ein als die Universitätsinstitute.90 Das Hamburger Zentrum und das UIM sind jeweils unterschiedlich strukturiert und mögen auch in der Sichtweise nicht unbedingt gleichgeartet sein. Gleichwohl arbeiten sie offenbar gleichermaßen auf eine Erweiterung der institutionellen und thematischen Grundlagen dieses Faches hin. Aus ihrem Beispiel läßt sich unschwer die Lehre ableiten, daß es müßig ist, anhand des bloßen Begriffes Zentrum die Hungarologie zentralisieren zu wollen. Denn die personellen, formell-rechtlichen und geistigen Rahmenbedingungen dieses in Wirklichkeit von mehreren "Zentren" oder anders benannten Institutionen innerhalb und außerhalb Ungarns betreuten wissenschaftlichen Arbeitsfeldes91 laden schlechterdings - und mehr denn je - dazu ein, eine Reihe von gemeinsamen Fachinteressen im Geiste gelebter Pluralität zu vertreten. * Erweiterte Fassung eines Vortrags gehalten auf der Tagung "Erinnerung an die 75. Jahreswende der Gründung des Ungarischen Historischen Instituts in Wien. Die Geschichte der ungarischen Stipendiumaktion in Wien und der Ausbau der ungarischen wissenschaftlichen Institute im Ausland", veranstaltet vom Collegium Hungaricum, Wien, Palais Trautson, 19. Oktober 1995. 1 Holger Fischer: Die Lage der Hungarologie in Deutschland. In: Hungarologische Beiträge 1993/1, 3-18, hier 17. 2 Bericht über die Tätigkeit des Zentrum für Hungarologie im Finnisch-Ugrischen Seminar der Universität Hamburg im Zeitraum November 1990 - Mai 1993. In: Hungarológia 4. Tudományos, oktatásmódszertani és tájékoztató füzetek. Budapest 1993, 323-371; Bericht über die Tätigkeit des Zentrums für Hungarologie im Finnisch-Ugrischen Seminar der Universität Hamburg im Zeitraum Mai 1993 - April 1995. Hamburg, Mai 1995 [Typoskript]. Im breiterem Zusammenhang jetzt Holger Fischer: Hungarológia Németországban - kritikai helyzetfelmérés. In: Hungarologische Beiträge 1995/4, 5-22. 3 Kornya László: Adalékok a magyar-német szellemi kapcsolatok történetéhez: Gragger Róbert, Klebelsberg Kunó és C. H. Becker együttmüködése a berlini hungarológia alakulásában. In: Hungarológia 4, 235-248; Schneider Márta: A Berlini Magyar Intézet és Collegium Hungaricum. In: Regio 3 (1992) 4, 72-101. 4 István Futaky: Julius von Farkas. Persönlichkeit und Werk. In: Julius von Farkas zum 100. Geburtstag. Herausgegeben von István Futaky und Wolfgang Veenker. Wiesbaden 1994, 7-29, hier 7-12; Schneider Márta: Farkas Gyula berlini évei. In: Varietas Historiae. Tanulmányok Juhász Gyula 60. születésnapjára. Szerkesztette Diószegi László - Dippold Péter - Fejös Zoltán - Lévai Edit - R. Süle Andrea. Budapest 1990, 191-200. 5 Holger Fischer: Stand und Aufgaben einer interdisziplinären Landeskunde Ungarns im Rahmen der Finno-Ugristik. In: Hungarian Studies 1 (1985) 234-255, hier 241-247; Holger Fischer: A hungarológia helyzete Németországban. Az intézményi rendszer. In: Hungarológia 4, 3-12, hier 6-7; Karl Nehring: Studia Hungarica. Forschungen zur ungarischen Sprache und Kultur in der Bundesrepublik Deutschland. In: Südosteuropa-Mitteilungen 20 (1980) 1, 63-69. 6 Zuletzt mit reichhaltigen Hinweisen auf eigene Arbeiten früheren Datums Fischer: Hungarológia Németországban, 19-20. 7 Einige Vorarbeiten: K. Lengyel Zsolt: Magyarságkutatás Münchenben. Adatok és gondolatok az Ungarisches Institut München munkájáról. In: Levéltári Szemle 40 (1990) 37-51; Derselbe: Hungarica-Bestände im Ungarischen Institut München. In: 19. ABDOSD-Tagung. Budapest, 11.-14. Juni 1990. Referate und Beiträge. Herausgegeben von Franz Görner. Berlin 1990, 52-62; Derselbe: Tapasztalatok, tanulságok és távlatok a harmincéves müncheni Ungarisches Institutban. In: Kisebbségnek lenni nem sors, hanem feladat. Tanácskozás Kismartonban, 1992. szeptember 19-20. [Szerkesztette] Ausztriai Magyar Egyesületek és Szervezetek Központi Szövetsége. [Bécs] 1992, 36-42; Derselbe: Ungarisches Institut München e. V. In: Vademekum der Geschichtswissenschaften. Mit einem Geleitwort von Lothar Gall. 1. Ausgabe 1994/1995. Stuttgart 1994, 51-53. 8 Matti Liimola: Wolfgang Steinitz 1905-1967. In: Finnisch-Ugrische Forschungen 38 (1970) 335-341. 9 Fischer: Die Lage, 6-7; Futaky: Julius von Farkas, 20. 10 Seit 1945 in Deutschland. Über zwei Jahrzehnte hinweg rührige Mitwirkung bei der Organisierung des exilungarischen Kulturlebens. Neueste Publikation: "... a magyarokhoz küldetett". Pannonhalma 1992. Biographisches bei Borbándi Gyula: Nyugati magyar irodalmi lexikon és bibliográfia. Budapest 1992, 168. 11 István Jákli: Anfang des Anfangs. Ein persönlicher Bericht über den Weg zur Gründung des Ungarischen Instituts München. In: Ungarn-Jahrbuch 20 (1992) 307-310, hier 307. Die Anfänge des UIM werden im folgenden anhand dieser Erinnerungen dokumentiert. Deren Aussagen stützen sich auf eine Reihe von zeitgenössischen Memoranden des Verfassers: Archiv Ungarisches Institut München. Dokumente Ungarisches Institut München [im weiteren AUIM Dok. UIM], Vereinsangelegenheiten, 1962-1968. 12 Thomas von Bogyay: Lechfeld. Ende und Anfang. Ein ungarischer Beitrag zur Tausendjahrfeier des Sieges am Lechfeld. München 1955. 13 Jákli 308. 14 Zu ihm Borbándi Gyula: A magyar emigráció életrajza 1945-1985. Bern 1985, 22-23, 36, 51, 66, 70, 72, 460. 15 Georg Stadtmüller: Zum Gedenken an Georg Ódám (1912-1978). In: Ungarn-Jahrbuch 9 (1978) 334-337. 16 Jákli 309. 17 Jákli 309. 18 Das UIM wurde in der Rosenheimer Straße 141, 8000 München 8 auf 170 Quadratmeter untergebracht: Ungarisches Institut München: Bericht 1963-1964. In: AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1962-1968, 3. 19 Soziologe, Jesuitenpater, in der Frühzeit maßgeblich am Aufbau einer soziologischen Arbeitsgruppe des UIM beteiligt, 1962 Mitbegründer und einer der Leiter des - damals mit einer Außenstelle in das UIM integrierten - Wiener Ungarischen Kirchensoziologischen Instituts. Seit 1969 Professor für Soziologie an der Universität Innsbruck: Borbándi: Nyugati magyar irodalmi lexikon és bibliográfia, 262; Bericht 1963-1964, 7, 9-10. 20 Jákli 310; Bericht 1963-1964, 3, 11. Die erste Satzung: AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1962-1968. 21 Neuere Würdigungen seiner wissenschaftlichen Leistungen und Mitwirkung am UIM: Adriányi Gábor: Bogyay Tamás és a Müncheni Magyar Intézet. In: Vasi Szemle 49 (1995) 210-215; Borbándi: Nyugati magyar irodalmi lexikon és bibliográfia, 60-61; Kovács Éva: Bogyay Tamás halálára (1909. IV. 8. - 1994. II. 9.). In: Ars Hungarica 22 (1994) 207-208; Zsolt K. Lengyel: Gelehrsamkeit und Menschlichkeit. Zum Tode Thomas von Bogyays. In: Ungarn-Jahrbuch 21 (1993/1994) 213-222 (Kurzfassung: Derselbe: Thomas von Bogyay [9. IV. 1909 - 8. II. 1994]. In: Südostforschungen 53 [1994] 355-359); Prokopp Mária: Bogyay Tamás XIV. századi müvészettörténeti kutatásai. In: Vasi Szemle 49 (1995) 203-209; Szántó Konrád: Bogyay Tamás munkásságáról. A Bogyay Tamás emlékülés bevezetö elöadása. In: Vasi Szemle 49 (1995) 198-202; Wehli Tünde: Bogyay Tamás (1909-1994). In: Müvészettörténeti Értesítö 43 (1994) 275-281. An biographischischen Daten reiche Mitteilungen: Dr. Bogyay Tamás. In: Magyarok 7 (1965) 2, 3; Bogyay Tamás pályaképe. Müncheni beszélgetés Györffy Lászlóval. In: Új Horizont 24 (1996) 2, 27-43. 22 Hauptwerke Bogyays in Buchform: Grundzüge der Geschichte Ungarns. Darmstadt 1967. Zweite Auflage 1973. Dritte, überarbeitete und um ein Register vermehrte Auflage 1977. Vierte, überarbeitete Auflage 1991; Ungarische Ausgabe der stellenweise überarbeiteten vierten Auflage der "Grundzüge": Magyarország története távlatból. Kosáry Domokos elöszavával. Bécs-Budapest-München 1993 [Übersetzt von Antal Khim. Ungarische Bearbeitung von Thomas von Bogyay und János Boór]; Stephanus Rex. Versuch einer Biographie. Wien-München 1975. Die erste ungarische Auflage der St.-Stephans-Biographie erschien im Ausland: Stephanus Rex. Wien-München 1976. Zweite ungarische Auflage mit gleichlautendem Titel, erweitertem Text- und gekürztem Bildanhang: Budapest 1988. Neuere Bibliographie der ausgewählten Schriften Thomas von Bogyays: Wehli. 23 Seine bekanntesten Sendungen waren das "Kalendarium" (Kalendárium) und "Der Weg unserer Geschichte" (Történelmünk útja). Vollständige Sammlung der noch unveröffentlichten Typoskripte: AUIM, Nachlaß Thomas von Bogyay, Schriften. 24 In den Anfangsjahren bestand der Wissenschaftliche Beirat des Instituts aus folgenden Universitätsprofessoren: Hans Sedlmayer (Vorsitzender, Salzburg), Andreas Alföldi (Princeton), Béla Frh. von Brandenstein (Saarbrücken), Josef Deér (Bern), Friedrich Gerke (Mainz), Manfred Hellmann (Münster), Endre von Ivánka (Graz), Karl Kerényi (Zürich), Georg Stadtmüller (München): Bericht 1963-1964, 4. Im Mai 1968 tauchten Professor Dr. Helmut Neubauer und Dr. Dir. Matthias Bernath als neue Beiratsmitglieder auf: AUIM Dok. UIM, Finanzen, 1968. 25 Bericht 1963-1964, 3. 26 Bericht 1963-1964, 3, 10. 27 Vgl. Tätigkeitsbericht [1966-1968]. In: AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1962-1968, Kap. VI. 28 Bericht 1963-1964, 3, 10. 29 Bericht 1963-1964, 4-5; Tätigkeitsbericht [1966-1968], Kap. I-IV. 30 Bericht 1963-1964, 5. 31 Bericht 1963-1964, 5-6; Tätigkeitsbericht [1966-1968], Kap. I-IV. 32 Zum Verständnis der Motive bei seiner Konzipierung siehe noch Bogyay Tamás: A magyar tudomány és kultúra mühelye. In: Magyarok 1. 33 [Ungarisches Institut München, eigentlich Thomas von Bogyay]: Zum Geleit. In: Thomas von Bogyay: Bayern und die Kunst Ungarns. Mit 15 Abbildungen. München/Zürich 1964, 3. 34 Neueste, mit Literaturhinweisen versehene Würdigung seiner wissenschaftspolitischen und -organisatorischen Leistung bei Ujváry Gábor: Klebelsberg Kunó tudománypolitikája. In: Iskolakultúra 5 (1995) 179-187. Siehe auch die Aufsatzsammlung Gróf Klebelsberg Kunó emlékezete. Szerkesztette Zombori István. Szeged 1995. 35 Lengyel: Gelehrsamkeit und Menschlichkeit, 214. 36 Vgl. J.[ulius] v.[on] F.[arkas]: Unser Arbeitsplan. In: Ural-Altaische Jahrbücher 24 (1952) 1-2, 131-132. Die "Ungarischen Jahrbücher" waren von 1 (1921) bis 23 (1943) erschienen, die "Ungarische Bibliothek" hatte bis 1940 insgesamt 35 Bände vereinigt. 37 Bericht 1963-1964, 8. 38 Bibliographische Hinweise zu den frühen Institutsveröffentlichungen bei Lengyel: Magyarságkutatás, 39-46. Für 1996 und 1997 kündigt das UIM die Bände 43, 44 und 45 der "Studia Hungarica" an. 39 Derzeit ausführlichstes Gesamtinhaltsverzeichnis in gedruckter Form: Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. In: Ungarn Jahrbuch 20 (1992) 311-334. Die Bände 43, 44 und 45 befanden sich bei der Fertigstellung dieses Aufsatzes (Dezember 1995) im Satz oder in Bearbeitung. 40 Nähere Ausführungen mit Vergleichsdaten bei Zsolt Lengyel: Die Veröffentlichungen und Sammlungen des Ungarischen Instituts München e. V. Eine Übersicht [Typoskript, Veröffentlichung geplant in: Hungarologische Beiträge]. Merkwürdigerweise erschien Thomas von Bogyay nie als Herausgeber dieser Reihe. In einer solchen Funktion sollte, wie unten noch zu sehen sein wird, erst sein Nachfolger an der Vorstandsspitze auftreten. 41 Tätigkeitsbericht [1966-1968], Kap. VI. 42 AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1968-1995; Lengyel: Gelehrsamkeit und Menschlichkeit, 216-217. 43 Tätigkeitsbericht [1966-1968], Kap. VI. Die eingehende Darstellung der ersten Phase und des 1968 erfolgten Umbruchs in der Geschichte des UIM bleibt einer späteren Abhandlung vorbehalten. Sie wird auch die besonders aufschlußreiche Korrespondenz des ersten Direktors verarbeiten: AUIM, Nachlaß Thomas von Bogyay, Briefwechsel 1962-1968. 44 Hauptwerk: Geschichte Südosteuropas. Mit 23 Karten und mit einem Anhang. Wien 1950, 2. Auflage München/Wien 1976. Zu seinen ungarischen Kontakten siehe insbesondere die Autobiographie Begegnung mit Ungarns Geschichte. Rückblick auf ein halbes Jahrhundert. München 1984. Nachruf: Horst Glassl - Ekkehard Völkl: Georg Stadtmüller (17. März 1909 - 1. November 1985). In: Ungarn-Jahrbuch 14 (1986) IX-XI. 45 Er hatte bereits die ersten Gründungsversuche in den fünfziger Jahren wohlwollend begleitet: Jákli 308. 46 Edgar Hösch: Institut für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas. In: Die Ost- und Südosteuropaforschung an der Universität München. Im Auftrag der Arbeistgemeinschaft für die Ost- und Südosteuropaforschung an der Universität München herausgegeben von Werner Gumpel und Dieter Pfaff. 3. erg. Auflage. München 1994, 29. 47 AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1968. 48 AUIM Dok. UIM, Finanzen, 1971. 49 Bericht 1963-1964, 3; Tätigkeitsbericht [1966-1968], Kap. I; AUIM Dok. UIM, Finanzen, 1968-1983; Verträge 1971. 50 Die neuen Institutsräume in der Clemensstraße 2, 8000 München 40, umfaßten rund 200 Quadratmeter. 51 Vgl. Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. 52 Erschienen von 1 (1931) bis 10 (1940). Ab Band 3: "A Gróf Klebelsberg Kunó Magyar Történetkutató Intézet évkönyve". Paralleltitel: "A Bécsi Magyar Történeti Intézet évkönyve", ab Band 3: "Jahrbuch des Graf Klebelsberg Kuno-Instituts für ungarische Geschichtsforschung in Wien". 53 Georg Stadtmüller: Geleitwort. In: Ungarn-Jahrbuch 1 (1969) 7-10, hier 8-10. 54 AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1962-1968, 1968-1995, Finanzen, 1968-1980. Vgl. den Veranstaltungskalender bei Stadtmüller 59 und die Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. 55 Vgl. Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. 56 Mária Mialkovszky: [Besprechung über] Károlyi Mihály: Az új Magyarországért. In: Ungarn-Jahrbuch 2 (1970) 190. 57 Vgl. Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. 58 Hauptwerke in Buchform: Der mährische Ausgleich. München 1967; Die slovakische Geschichtswissenschaft nach 1945. Wiesbaden 1971; Das österreichische Einrichtungswerk in Galizien 1772-1790. Wiesbaden 1975. 59 Hauptwerke in Buchform: Rußland und Lateinamerika 1741-1841. Wiesbaden 1968; Das rumänische Fürstentum Moldau und die Ostslaven. Wiesbaden 1975; Der Westbanat 1941-1944. Die deutsche, die ungarische und andere Volksgruppen. München 1991; Rumänien. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Regensburg/München 1995. 60 Neuestes Grundwerk: Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart. München 1988, 21993. 61 Veröffentlichungen des Ungarischen Instituts München 1964-1993. 62 Professor am Institut für Kirchengeschichte der Universität Bonn, Abt. für Mittlere und Neuere KG unter Einschluß der KG Osteuropas. Hauptwerke in Buchform: Die Stellung der ungarischen Kirche zum österreichischen Konkordat von 1855. Rom 1963; Fünfzig Jahre ungarischer Kirchengeschichte 1895-1945. Mainz 1974; Ungarn und das I. Vaticanum. Köln/Wien 1975; Beiträge zur Kirchengeschichte Ungarns. München 1986; Geschichte der Kirche Osteuropas im 20. Jahrhundert. Paderborn 1992. 63 Nähere Ausführungen und Vergleichsdaten bei Lengyel: Die Veröffentlichungen und Sammlungen. Band 22 (1996/1997) befindet sich Ende 1995 im Satz, Band 23 (1997) wird vorbereitet. 64 AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1980. 65 AUIM Dok. UIM, Finanzen, 1968-1995. 66 AUIM Dok. UIM, Vereinsangelegenheiten, 1980. 67 Derzeit: Cand. phil. Ralf Thomas Göllner M. A., Dr. phil. Zsolt K. Lengyel M. A. und Dr. Adalbert Toth. 68 Dazu ausführlich Lengyel: Hungarica-Bestände und - aktualisiert - Derselbe: Die Veröffentlichungen und Sammlungen. 69 Horst Glassl: Zum Gedenken an Rudolf Trofenik (15. April 1911 - 5. Dezember 1991). In: Ungarn-Jahrbuch 20 (1992) 295-296. 70 Das "Ungarn-Jahrbuch" wurde von Band 1 (1969) bis Band 6 (1974-1975) durch den Verlag v. Hase & Koehler, Mainz, von Band 7 (1976) bis 18 (1990) durch den Verlag Dr. Dr. Rudolf Trofenik, München, herausgegeben. Die Bände 1 bis 3 der "Studia Hungarica" kamen im Verlag Schnell & Steiner, Zürich, die Bände 4 bis 10 im Verlag v. Hase & Köhler, die Bände 11 bis 39 im Verlag Dr. Dr. Rudolf Trofenik heraus. 71 Verlagsnummer im Rahmen des Internationalen Standard-Buchnummern-Systems: 9803045 und 929906. Verkehrsnummer: 81417. 72 Fertiggestellt, jedoch unveröffentlicht ist das Produkt dieses Projekts: K. Lengyel Zsolt: Magyarország és a magyar kisebbségek politikai tükörképe a német publicisztikában és szakirodalomban. München 1995 [AUIM, Presseausschnittssammlung, SU/UM 1993-1995]. Im Druck liegt eine deutschsprachige Teilzusammenfassung vor: Derselbe: Das Bild der deutschen Publizistik vom Systemwandel in Ungarn. September 1993 - April 1994. In: Ungarn-Jahrbuch 21 (1993/1994) 89-110. 73 Die heute 130 Quadratmeter großen Institutsräume befinden sich in der Beichstraße 3, D-80802 München (Postfach 440 301, D-80752), Telefon +49-(0)89 - 34 81 71, Telefax +49-(0)89 - 39 19 41. 74 Vgl. z. B. Intézményeink. A Magyar Intézet. In: Központi Tájékoztató. Kiadja a Németországi Magyar Szervezetek Központi Szövetsége 2 (1970) 1-2, 4; Zoltán Makra: Sonderbare Erscheinungen. In: Donau-Bote 30 (1986) 3, 1. 75 Zu seinem Stellenwert als Institution, die am Schnittpunkt zwischen deutschem und exilungarischem Kulturleben eine "eigentümliche Rolle übernommen" habe, Borbándi: A magyar emigráció életrajza, 311; Derselbe: Nyugati magyar irodalmi lexikon és bibliográfia, 264. 76 Der ungarische Populismus. München 1976 [Studia Hungarica 7]. 77 Das Rätsel des Bombenangriffs auf Kaschau, 26. Juni 1941. Wie wurde Ungarn in den Zweiten Weltkrieg hineingerissen? Ein dokumentarischer Bericht. München 1978 [Studia Hungarica 16]; A magyar tragédia kassai nyitánya. Az 1941. június 26-i bombatámadás dokumentációja. München 1985 [Studia Hungarica 28]. 78 Ungarns Schicksal zwischen Ost und West. Lebenserinnerungen. Mainz 1975 [Studia Hungarica 10]. 79 Vgl. den Rückblick auf die ausgrenzende Geringschätzung von "zum Teil als "primitive Antikommunisten" gebrandmarkten" Exilanten in der deutschen Südosteuropa-Forschung von Georg Paul Hefty: Unter der Oberfläche ein weißer Fleck. In der Südosteuropa-Forschung ist vieles nachzuholen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Februar 1995. Bezeichnenderweise hält es Gerhard Seewann: Der Beitrag der deutschen Geschichtswissenschaft zur ungarischen Geschichte 1981-1990. In: Hungarológia 4, 53-71, hier 53, für gerechtfertigt, "Arbeiten ungarischer Autoren einschließlich ungarischer Emigranten, die in Deutschland im Berichtszeitraum veröffentlicht wurden", nicht zu berücksichtigen, allerdings mit "Ausnahme der Beiträge, deren Verfasser ungarischer Herkunft in Deutschland studierten". Als Folge dieser selbstgefälligen Auswahl fehlen in Seewanns Bibliographie solche grundlegende Werke wie Bogyay: Grundzüge der Geschichte Ungarns und Borbándi: A magyar emigráció életrajza, um nur zwei gravierende Fälle zu nennen. Es fragt sich also, inwieweit die wissenschaftlich tätigen ungarischen Exilanten nach 1945 ihre Integrationsprobleme in der deutschen Wissenschaftslandschaft tatsächlich selbst verschuldeten, indem sie überwiegend in ihrer Muttersprache publizierten, wie Holger Fischer: Ungarn 1956 in der Geschichtswissenschaft der Bundesrepublik Deutschland. In: Revolutionen in Ostmitteleuropa 1789-1989. Schwerpunkt Ungarn. Herausgegeben und eingeleitet von Karlheinz Mack. Wien/München 1995, 151-158, hier 153, Anm. 3, anmerkt. Immerhin ist kürzlich auch am Beispiel eines deutschsprachigen Aufsatzes von Georg Brunner, dem nach dem Ungarnaufstand 1956 emigrierten Kölner Ostrechtler, die von Zweifeln an der Kompetenz Brunners durchdrungene Vermutung geäußert worden, daß "zur Analyse ethnopolitischer Konflikte Außenstehende mitunter besser befähigt" wären "als im weiteren Sinne zu den "Betroffenen" zählende" (Stefan Troebst: [Buchbesprechung von] Ethnos-Nation. Eine europäische Zeitschrift. In: Südost-Europa 43 (1994) 684-685). Jedenfalls verdiente die in dieser Anmerkung angeschnittene Problematik eine nähere wissenschaftsgeschichtliche Betrachtung. 80 Vgl. Borbándi: A magyar emigráció életrajza, 204-401. 81 Dazu im Überblick László Farkas - Holger Fischer: Die Wissenschaftsbeziehungen zwischen der BR Deutschland und der VR Ungarn. In: Südosteuropa-Mitteilungen 26 (1986) 2, 45-59; Karl Nehring: Die deutsch-ungarischen Wissenschaftsbeziehungen. Bemerkungen zu ihrer Intensivierung. In: Südosteuropa-Mitteilungen 27 (1987) 1, 63-65. 82 Fischer: Die Lage, 16. 83 Fischer: Hungarológia Németországban, 19. So auch Fischer: Die Lage, 5. 84 Vgl. etwa die in Anm. 2 angeführten Tätigkeitsberichte des Zentrums, sowie Wolfgang Veenker: Forschung und Lehre im Bereich der ungarischen Philologie. In: Hungarológia 4, 13-19. 85 Vgl. Veenker: Forschung und Lehre, 15; Neuere, aber keineswegs vollständige Erhebung von Fischer: Hungarológia Németországban, 14-19. 86 Fischer: Hungarológia Németországban, 20. 87 Fischer: Stand und Aufgaben, 241. 88 Fischer: Die Lage, 8-11; Fischer: Hungarológia Németországban, 8-10. Zur Situation in München vgl. neuerdings Die Ost- und Südosteuropaforschung an der Universität München. 89 Fischer: Hungarológia Németországban, 19-20; Zsolt K. Lengyel: Hungarologie und Ungarn-Bild in Deutschland. Politische, methodische und organisatorische Probleme nach 1990 [Typoskript, erscheint demnächst]. 90 Nehring: Studia Hungarica, 65-67; Fischer: A hungarológia helyzete Németországban, 9-10; Fischer: Stand und Aufgaben, 252. 91 Adressen und Kurzbeschreibungen der vom ungarischen Staat im Ausland finanzierten kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen: Magyar szervezetek a világban 1995. 3., bövített kiadás. A Magyar Távirati Iroda Sajtóadatbankjának kiadványa. [Budapest 1995], 487-531. Zum Budapester Internationalen Zentrum für Hungarologie (Nemzetközi Hungarológiai Központ): Köpeczi Béla: Szolgálni a magyarság megismerését. A hungarológia helyzete - és lehetöségei. In: Magyar Nemzet, 25. September 1992. Zu der durchaus noch ausbaufähigen internationalen Zusammenarbeit vgl. die Angaben von Holger Fischer: Hungarológiai kutatási irányok nemzetközi együttmüködése. In: Régi és új peregrináció. Magyarok külföldön, külföldiek Magyarországon. III. Szerkesztette Békési Imre - Jankovics József - Kósa László - Nyerges Judit. Budapest/Szeged 1993, 1524-1527. Aktuellere historische Abrisse, Überblicksdarstellungen und Arbeitsberichte zur Lage der nicht nur aus Ungarn koordinierten Hungarologie in Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Polen, Rest-Jugoslawien, Schweden, der Tschechischen Republik, der Türkei und der Ukraine finden sich in: Hungarológia 4; Hungarologische Beiträge 1995/4; Régi és új peregrináció III.
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